Börse Inside
Börsianer trotz DIW-Prognose leicht optimistisch

Börsianer lassen sich auch von zunehmend schlechter werdenden Konjunkturprognosen für Deutschland derzeit kaum verunsichern.

rtr FRANKFURT. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostizierte am Dienstag als erstes der führenden Institute für 2003 ein leichtes Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,1 %. An den Aktienmärkten gingen die Kurse zwar bis zum frühen Nachmittag zurück, dies begründeten Händler aber vor allem mit negativen Vorgaben der US-Börsen.

„Die DIW-Prognose ist keine Tatsache, die ein Überdenken der eher optimistischen Grundhaltung für die Unternehmensgewinne im zweiten Halbjahr und in 2004 nötig machen müsste“, sagte ein Aktienhändler. „Der Markt ist trotz aller bekannten Probleme weiter eher optimistisch für das zweite Halbjahr.“

Aktienstratege Christian Kahler von der DZ Bank sagte mit Blick auf die Mitte Juli beginnende Berichtssaison für das gerade geendete zweite Quartal: „Die Geschäfte laufen nicht besser, aber die Kostensenkungsmaßnahmen der Unternehmen greifen“. Seiner Einschätzung nach dürften die Gewinne der im Deutschen Aktienindex (Dax) gelisteten Konzerne im Schnitt um acht bis zwölf Prozent zum Vorjahresquartal zugelegt haben. Die Umsätze sieht er für den Zeitraum April bis Juni aber nur zwei bis drei Prozent höher.

Börsianer verwiesen zur Erklärung der seit dem März-Tief um 1 000 Punkte auf rund 3 200 Zähler gestiegenen Dax auch auf die aktuell historisch niedrigen Zinsen. Der Aktienmarkt profitiere von einem gewissen Anlagenotstand: Die Zinsen seien nach den jüngsten Leitzinssenkungen der Notenbanken im Keller und am Anleihen-Markt werde ein Zusammenbrechen der Kurse befürchtet. Also entschieden sich viele Investoren für ein Engagement bei den Dividendentiteln.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am Mittag 1,2 % im Minus bei 3 180 Punkten und damit genau auf dem Niveau vor Veröffentlichung der DIW-Prognose. Die Börsianer reagierten gelassen auf die DIW-Schätzung. „Das ist noch kein Ausfall. Die Schätzungen haben sich zuletzt immer mehr der Null-Linie angenähert. Es ist letztlich nicht so wichtig, ob es sich um eine rote oder eine schwarze Null handelt“, sagte Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Fondsgesellschaft dit. Außerdem fußten die Prognosen auf bekannten Daten, so dass sie letztlich keine große Überraschung bedeuteten. „Das ist gewissermaßen ein Blick in den Rückspiegel.“

Das DIW erwartet für 2004 auch bei einem Vorziehen der Steuerreform durch die Bundesregierung nur ein moderates Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Leistung hier zu Lande von 1,6 %.

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