Boni an der Wall Street
Bei Vermögensverwaltern klingelt die Kasse

Während große Banken ihre Boni kürzen, werden Vermögensverwalter und Private-Equity-Gesellschaften immer besser bezahlt, zeigt eine Studie. Anleihen- und Aktienhändler bekommen dagegen weniger Geld in die Hand.
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New YorkSei der Finanzkrise sind hohe Boni für Banker und Börsenhändler immer wieder Anlass zu Kritik und für Rufe nach mehr Regulierung. Doch an der Wall Street verdienen sie vergleichsweise wenig. Vor allem bei privaten Geldverwaltern dürften in diesem Jahr viel dazu verdienen, wie eine Studie der Vermögensberater Johnson Associates zeigt.

An der Wall Street dürfte in diesem Jahr der Bonuspool für Vermögensverwalter um bis zu zehn Prozent zunehmen, so die Berater. Profiteure sind vor allem jene, die viel Geld verwalten. Die Boni werde voraussichtlich am stärksten im Bereich Investmentbank-Beratung, bei Private- Equity-Gesellschaften sowie bei Prime Brokern und Vermögensverwaltern zulegen, so die Studie. Berater für Fusionen und Akquisitionen können demzufolge mit einem um 15 Prozent höheren Bonus rechnen.

Pech haben dagegen Anleihehändler - deren Vergütungen dürften in diesem Jahr um 15 Prozent sinken. Auch die Sonderzahlung bei Aktienhändlern könnte um bis zu zehn Prozent unter dem Niveau des Vorjahres liegen, rechnet Johnson Associates vor.

Die Verwalter und Private-Equity-Gesellschaften verdienen mehr Geld durch weniger Regulierung. Die Finanzinstitute dürften ihre verwalteten Vermögen steigern und von stärkeren Aktivitäten bei Fusionen und Übernahmen profitieren, während unabhängige Investmentbanken weniger Regulierungsvorschriften erfüllen müssen und den großen Banken daher Geschäft wegschnappen können.

„Das ist eine grundlegende Veränderung”, sagte Alan Johnson, Gründer und geschäftsführender Direktor von Johnson Associates. „Es war lange im Anmarsch und jetzt ist es endlich sichtbar, dass die größten Gehälter nicht bei den Banken der Wall Street gezahlt werden.”

Wall-Street-Giganten wie Goldman Sachs und Bank of America haben im ersten Quartal einen deutlichen Rückgang bei den Erträgen im Handel verzeichnet, der sich auch in den Quartalsergebnissen niedergeschlagen hat. JP Morgan Chase rechnet damit, dass die Erträge aus dem Handel mit Aktien und Anleihen um rund 20 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal des vergangenen Jahres sinken dürften.

Die größten Investmentbanken haben die Bonuspools für Händler und Banker im vergangenen Jahr um über zwei Prozent geschrumpft und einen geringeren Anteil der Erträge für die Gesamtvergütung vorgesehen. Der Bonuspool an der gesamten Wall Street kletterte im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 26,7 Milliarden Dollar, wie der Finanzchef des US-Bundesstaates New York, Thomas DiNapoli, im März mitteilte.

„Viele Vermögensverwaltungen zahlen ebenso gut oder besser als die großen Banken, und in diesem Jahr wird sich der Abstand weiter vergrößern”, sagte Johnson. „Die Verwaltung von Vermögen anderer Leute gewinnt an Bedeutung.”

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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