Boom bei Zweitemissionen
Finanzfirmen drängen an die Börse

Zahlreiche Finanzunternehmen nutzen die solide Verfassung der Aktienmärkte, um selbst an die Börse zu gehen oder über eine Kapitalerhöhung frisches Geld einzusammeln. „Die Gelegenheit ist günstig“, sagt Richard Peterson, Kapitalmarktexperte des US-Finanzdatendienstes Thomson Financial.

NEW YORK. „Investoren suchen nach Börsenneulingen, seitdem die meisten Emissionen seit Jahresbeginn sich gut entwickelt haben.“ Gemessen am Einnahmevolumen, zählt die Finanzbranche zu den aktivsten Emittenten. So stammen vier der zehn voraussichtlich größten Börsengänge dieses Jahres aus dieser Branche, wie der britische Datendienst Dealogic ermittelte. Der US-Terminmarkt Chicago Board of Trade (CBOT) erhöhte Ende vergangener Woche die Preisspanne und damit den erwarteten Wert für das Parkettdebüt auf bis zu 2,5 Mrd. Dollar (2,04 Mrd. Euro). Der amerikanische Zahlungsabwickler Mastercard will mit seinem Börsengang noch vor Jahresende 2,45 Mrd. Dollar erlösen. Das teilte der weltweit zweitgrößte Abwickler, dessen Logo auf 716 Mill. Kredit- und Kontokarten prangt, vergangene Woche mit. Die chinesische Bank of Communications und die österreichische Raiffeisen International Bank-Holding haben ihre milliardenschweren Emissionen bereits erfolgreich abgeschlossen.

Auch in Deutschland stehen mehrere Emissionskandidaten der Finanzbranche in den Startlöchern. So möchte der Vermittler von Baudarlehen, Interhyp, bis zu 40 Prozent seiner Anteile noch im September an der Börse platzieren. Die Deutsche Bank schätzt den Gesamtwert des Unternehmens auf 280 Mill. Euro. Parkettpläne schmiedet auch HCI Capital, ein Anbieter geschlossener Beteiligungsfonds.

Viele Finanzfirmen bieten zwar nicht das extreme Wachstumspotenzial einer Internetfirma wie Google, die vergangene Woche über eine Kapitalerhöhung 4,35 Mrd. Dollar einnahm – so viel wie kein anderes US-Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren. Im Gegensatz zu hochriskanten Internetwerten gelten die meisten Finanzinstitute jedoch als solide. Sie treffen damit das Interesse der Investoren nach einem kontrollierten Risiko. Die beiden US-Börsenkandidaten Mastercard und CBOT haben sich seit Jahrzehnten als erfolgreiche Unternehmen bewährt. Gleichzeitig bieten sie Potenzial durch ihre Position in zwei Wachstumsmärkten – dem Zahlungsverkehr bei Mastercard und dem Handel mit komplexen Finanzinstrumenten bei CBOT.

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