Brasiliens Handy-Aktien auf Achterbahnfahrt
Anleger enttäuscht von Telecom-Italia-Deal

Kleinanleger haben enttäuscht auf die Kontroll-Übernahme der spanischen Telefonica bei der Telecom Italia reagiert und ihre Aktien verkauft. Die milliardenschwere Einigung vom Wochenende schlug vor allem auf Lateinamerikas Aktienmärkten hohe Wellen, weil sie den dortigen Handy-Markt umkrempeln könnte.

HB MAILAND/SAO PAULO/MEXIKO. Die Aktien von Telecom Italia büßten am Montag in Mailand 2,3 Prozent ein, Pirelli-Papiere fielen knapp ein Prozent. „Bei der Telecom Italia haben die Kleinaktionäre wieder einmal den Kürzeren gezogen, deshalb steigen einige aus“, erklärte ein Analyst. Das Telefonica-Konsortium zahlt zwar einen Aufpreis auf den Aktienkurs von Telecom Italia, machte jedoch kein Angebot an deren restliche Aktionäre. Experten halten es zudem für unwahrscheinlich, dass die Bieter in naher Zukunft weitere Telecom-Italia-Papiere kaufen werden und sehen deshalb kaum Potenzial für die Aktie.

Die Bietergruppe aus Telefonica, Italiens größtem Versicherer Generali, den Banken Mediobanca und Intesa Sanpaolo sowie dem Modekonzern Benetton

übernahm am Wochenende für 4,1 Mrd. Euro die Kontrolle über Telecom Italia. Die Bietergruppe kauft dazu von Pirelli die Olimpia-Holding, die Telecom Italia mit einem Anteil von 18 Prozent de facto kontrolliert.

Das Konsortium stach den mexikanischen Telefonica-Erzrivalen America Movil aus, der ebenfalls Interesse an Olimpia hatte. America-Movil-Aktien fielen in Mexiko deshalb mehr als drei Prozent. Telefonica liefert sich mit America Movil ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Dominanz des lateinamerikanischen Marktes. Telefonica wollte sich mit dem Deal vor allem die Kontrolle über die brasilianische Tochter der Telecom Italia, TIM Brasil, sichern. Unter Analysten gilt die Sparte als „Kronjuwel“ des italienischen Konzerns.

Der Kauf schickte Handy-Titel an der Börse in Sao Paulo auf Achterbahnfahrt: Die Aktien von TIM Brasil schossen zunächst um fünf Prozent in die Höhe, die Papiere von Brasiliens größtem Handy-Betreiber Vivo - an dem Telefonica bereits beteiligt ist - gewannen sogar sieben Prozent. Als den Anlegern klar wurde, dass Telefonica mit den Kartellbehörden in Brasilien Probleme bekommen könnte, rutschten die Papiere jedoch kräftig ins Minus.

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