Britische Börsenaufsicht überprüft Verstoß gegen Informationspflicht
Merrill Lynch beurlaubt Analysten

Die weltgrößte Investmentbank Merrill Lynch hat gestern zwei Analysten suspendiert, die den britischen Einzelhandelskonzern Sainsbury beobachten. Grund ist eine Untersuchung der britischen Wertpapieraufsicht.

Bloomberg LONDON. Andrew Fowler and John Kershaw würden so lange beurlaubt bleiben, bis eine interne Untersuchung von Vorkommnissen im Zusammenhang mit ihrer Analyse abgeschlossen sei, teilte Merrill Lynch gestern mit. Außerdem stellte die Bank sämtliche Anlageurteile für Aktien, die von Fowler und Kershaw beobachtet werden, unter Beobachtung.

Die Financial Services Authority (FSA), hatte am 9. Oktober mitgeteilt, dass sie einen Fall von möglicher Bevorzugung bei der Vergabe von Informationen durch Sainsbury untersuche.

Einen Tag zuvor hatten die Merrill-Analysten ihre Schätzungen für den Vorsteuer-Gewinn von Sainsbury im ersten Halbjahr zum zweiten Mal innerhalb von fünf Tagen gesenkt. „Es sieht so aus, als wären wir nicht weit genug gegangen“, hieß es in einer Kurzstudie von Fowler und Kershaw. Das Unternehmen habe „hilfreich darauf hingewiesen“, dass die vorherige Schätzung zu hoch gewesen sei, schrieben die Analysten weiter. Als Anlageempfehlung für Sainsbury-Aktien gaben sie „Verkaufen“ an.

Fowler and Kershaw lehnten einen Kommentar zu den Untersuchungen ab. Philip Hampton, Chairman von Sainsbury, sagte gestern auf einer Pressekonferenz, dass sein Unternehmen keine Kenntnis von einer Aufnahme der Gespräche mit den Analysten habe und dass Sainsbury keine Pläne habe, eigene Mitarbeiter zu entlassen. Am 9. Oktober hatte der Konzern bestritten, gegen Offenlegungsvorschriften verstoßen zu haben. „Die Aussagen, die wir gemacht haben, bezogen sich auf unsere Mitteilung von 1. Juli“, sagte Sainsbury-Sprecherin Gillian Bridger damals. „Wir pflegen sehr angemessene Beziehungen zu Analysten.“

Die britischen Regulierungsvorschriften sehen vor, dass Unternehmen kursrelevante Informationen allen Marktteilnehmern gleichzeitig übermitteln müssen. Vorher gestattet die FSA den Unternehmen lediglich, die Informationen mit Beratern zu diskutieren.

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