Buchbesprechung
Von Buffett, Newton und Darwin lernen

Psychologie oder Mathematik? Klar. Aber was haben Philosophie oder Literatur mit Geldanlage zu tun? Eine Menge, wie der Portfolio-Manager Hagstrom belegt. Kronzeuge für die Theorie ist kein Geringerer als Buffetts Vize.
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DüsseldorfSie interessieren sich für Psychologie, für Physik und Literatur? Dann könnte aus Ihnen ein äußerst erfolgreicher Anleger werden. Davon ist zumindest Charles „Charlie“ Munger überzeugt. Er predigt seit Jahrzehnten eine „Weltklugheit“, die es zu erreichen gilt, um eine besser Anleger zu werden. Mungers arbeitet selbst mit einem der besten und berühmtesten Investoren der Welt zusammen: Er ist nämlich Vizevorsitzender von Berkshire Hathaway und damit Investmentpartner von keinem geringeren als Warren Buffett.

Munger ist überzeugt, dass die Aktienauswahl eine „Unterabteilung der Kunst der Weltklugheit“ ist. Vor vielen Jahren forderte er Studenten in einer Vorlesung auf, ihre Sichtweise der Börse, des Finanzwesens und der Wirtschaft im Allgemeinen auszudehnen und sie nicht als getrennte Disziplinen zu betrachten, sondern als Teil eines größeren Wissensgebietes, das außerdem Physik, Biologie, die Sozialwissenschaften, Psychologie, Philosophie, Literatur und Mathematik einschließt.

Diesem Ansatz folgt Robert G. Hagstrom in seinem Buch „Buffett, Newton, Darwin – Warum Anleger von Physik, Biologie & Co. profitieren“. Robert G. Hagstrom ist Senior Vice President von Legg Mason Capital Management und Portfolio-Manager des Legg Mason Growth Trust. Mit seinen Investmentstrategien wandelt er in den Fußstapfen von Warren Buffett.

Dessen Vize Munger wie eben auch Hagstrom sind überzeugt, in dieser breiteren Sichtweise seien alle Disziplinen miteinander verflochten und würden einander dadurch stärken. Ein denkender Mensch ziehe aus jeder Disziplin wichtige geistige Modelle heraus und aus der Kombination dieser Schlüsselideen ergebe sich ein zusammenhängendes Verständnis. Wer eine solche breite Sichtweise pflege, sei auf einem guten Weg, Weltklugheit zu erlangen, also das solide Fundament, ohne das Erfolg an der Börse nur ein flüchtiger Zufall sein.

Dieses „Gitterwerk der geistigen Modelle“ ist ein spannender Ansatz, je länger man darüber nachdenkt. Ein bisschen quer zu denken, kann bei der Geldanlage sicher nicht schaden. Denn sonst erliegt der Anleger bekanntlich dem Herdentrieb oder – schlimmer noch – lässt sich von seine Emotionen leiten. Beides ist nicht ratsam.

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