Bullenmarkt
Renditen statt Jobs

Seit der Finanzkrise in 2008 hat der US-Aktienmarkt eine der heißesten Rallys in seiner Geschichte erfahren. Doch die satten Gewinne gehen auf Kosten der Beschäftigten. Die Unternehmen stellen nämlich nur ungerne ein.
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New York14 Billionen Dollar - so viel haben US-Aktien in den vergangenen fünf Jahren an Wert zugelegt. Wer in sie investiert hat, hat in der Regel gewonnen. Auf der Verliererseite standen dagegen jene, die für die Unternehmen arbeiten wollten. Denn trotz hohem Wertzuwachs und Gewinnen bleibt die Zahl der Beschäftigten in den USA laut Bloomberg-Daten weiter unter dem Niveau von 2008.

Unternehmen wie Conoco Phillips oder Walt Disney wollen auch im nächsten Jahr nur wenige Leute einstellen. Das dürfte dazu beitragen, die Gewinnspanne der Unternehmen im Standard & Poor's Index über zehn Prozent, den höchsten jemals verzeichneten Wert, anzuheben.

Gut für die Investoren - zumal Notenbanker die Arbeitslosigkeit als eines der Hauptargumente ins Feld führen, um die Geldpolitik weiterhin locker zu halten. Sie sei das größte Hindernis für eine Erhöhung der Zinssätze, sagte die designierte Fed-Präsidentin Janet Yellen im November.

Die Investoren profitieren davon, dass Einsparungen und rekordniedrige Finanzierungskosten die Gewinne der Unternehmen antreiben. Optimisten wie Michael Holland setzen sogar darauf, dass die Aktien ihre Rally solange fortsetzen, wie die Sorge der Federal Reserve um den Arbeitsmarkt diejenige um die Inflation überwiegt.

„Die Schwäche bei den Arbeitsplätzen ist weiterhin Grund für die Fed, ihre aktuellen und festen Äußerungen zur Stützung der Wirtschaft zu verwirklichen”, sagte Holland, der mehr als 4 Milliarden Dollar in New York verwaltet. „Bis zu einer Besserung des Arbeitsmarktes müssen beide Teile des Mandats bedient werden”, sagte er. Und: Er sei sich sehr sicher dass die Märkte weiter steigen werden.

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