Carl Icahn
Der Schrecken der Manager

Der Großinvestor Carl Icahn zeigt mit seinem Angriff auf Apple, dass ihm wirklich keine Nummer zu groß ist. Sein Erfolgsrezept: Sich in Konzerne einkaufen und dann gnadenlos seine Macht als Aktionär ausspielen.
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New YorkCarl Icahn besitzt das behagliche Selbstbewusstsein eines Mannes, der durch eigenes Geschick märchenhaft reich geworden ist. Der hoch gewachsene, schlanke Mann, der sich gerne tief in den Sessel rutschen lässt, strahlt lässige Respektlosigkeit aus: Was sind schon all die Konzernlenker mit ihren paar Millionen in der Tasche und ihren zweifelhaften geschäftlichen Erfolgen gegen einen, der 20 Milliarden Dollar angehäuft hat?

In Amerika, wo finanzieller Erfolg eher Bewunderung als Neid hervorruft, ist der Milliardär ein Held. Und ohne jede Altersmüdigkeit schafft er es immer noch, für seine Fans einen glänzenden und mitunter bissigen Unterhalter abzugeben, wie er erst kürzlich auf einer Investoren-Veranstaltung in New York bewies.

Auf die Frage, wie er sich als Schrecken der Konzerne und ihrer Manager fühle, antwortete er mit sarkastischem Lächeln: „Oh, die sind immer sehr höflich zur mir und sagen: 'Wir freuen uns, Sie als Aktionär zu begrüßen, Herr Icahn.'“

Mit seiner rauen, dröhnenden Stimme geißelt er unfähige Manager - aber er kann nicht nur dröhnen, sondern auch zwitschern: Gerade entdeckt der Star-Investor Twitter als Mittel, alle Welt mit seiner Sicht der Dinge zu beglücken. Bei allem Selbstbewusstsein wirkt der Mann, der zum zweiten Mal verheiratet ist und zwei Kinder hat, aber weder arrogant noch unnahbar, sondern eher so als einer wie du und ich – nur ein kleines bisschen reicher.

Icahn lässt keinen Zweifel daran, dass Manager nur so viel wert sind, wie sie an Wert für ihre Aktionäre schaffen. Und wenn sie keinen schaffen, legt er es unverhohlen darauf an, sie zu feuern. So wie etwa bei dem angeschlagenen Computer-Konzern Dell, den er gerade unter seine Kontrolle bringen möchte.

Die Führung um Firmengründer Michael Dell ist nach Icahns Meinung völlig unfähig. Er schimpft, dass die Corporate Governance in den USA schlecht sei, schlechter als in vielen anderen Ländern, und fordert seit Jahren mehr Rechte für die Aktionäre.

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