Carl Icahn und Co.
„Aktivisten“ beflügeln die Kurse

Aktivistische Investoren kaufen Unternehmensanteile und mischen sich in die Geschäftspolitik ein. Sie sind noch echte Kapitalisten – doch sollten Anleger ihnen folgen? Studien zeigen erstaunliche Ergebnisse.

New YorkEs sind bekannte Namen wie Carl Icahn mit seiner gleichnamigen Firma, Jeffrey Smith mit Starboard Value oder Nelson Peltz mit Trianon: Aktivistische Investoren, die Anteile an Unternehmen kaufen und sich dann in die Geschäftspolitik einmischen. Ihr Ziel ist häufig, die Ausschüttungen zu erhöhen, oft auch, die Strategie zu ändern, das Management auszutauschen oder die betreffende Firma zum Verkauf ganzer Unternehmensteile oder zu Fusionen mit Konkurrenten zu zwingen. In einem Umfeld, wo immer mehr Anleger auf passives Management setzen, oder wo Anlageentscheidungen von Computern getroffen werden, sind die Aktivisten noch echte Kapitalisten aus Fleisch und Blut.

Aber wie erfolgreich sind sie wirklich? Der Analyst Andrew Birstingl von Fact-Set Insight hat nachgerechnet. Er hat insgesamt 269 Kampagnen von Aktivisten von Anfang 2010 bis Anfang August 2016 unter die Lupe genommen. Ein klares Ergebnis ist dabei: Schon der Einstieg eines Aktivisten stützt sehr häufig den Kurs.

In 82 Prozent aller Fälle notierte die Aktie des betreffenden Unternehmens am Tag nach der Ankündigung des Einstiegs höher als am Tag davor. In diesem kurzen Zeitraum haben die Investoren im Schnitt 3,9 Prozent verdient – im Jahr 2016 waren es sogar 5,9 Prozent. Am meisten hat sich das Spiel im Einzelhandel gelohnt. Im Juli 2014 bescherte der Einstieg des Investors Jana Partners dem Unternehmen Pet-Smart einen Kurssprung von mehr als 15 Prozent – das war der höchste Wert im untersuchten Zeitraum.

Aber wie geht es weiter? Zwischen dem Einstieg eines Investors und dem Ende seiner Kampagne gab es nur in 47 Prozent der Fälle eine bessere Kursentwicklung als bei vergleichbaren Unternehmen derselben Branche. Dabei war es offenbar nicht immer leicht, das Ende zu definieren. Es kann zum Beispiel der Ausstieg sein, oder aber eine Einigung mit dem Management über bestimmte Veränderungen. Die 47 Prozent sind zunächst ein schwacher Wert.

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Welcher Einstieg am erfolgreichsten war

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