Champions-League-Aus
Geplatzte Träume nehmen Fantasie aus BVB-Aktie

Die verpasste Qualifikation des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund für die Champions League und die dadurch verpassten Millionen-Einnahmen haben Investoren zum Verkauf der BVB-Aktie bewogen.

Reuters FRANKFURT. Einen Tag nach der Niederlage im Qualifikationsspiel für die europäische Eliteliga gegen den belgischen FC Brügge verloren Borussia-Papiere in den ersten Handelsstunden knapp zehn Prozent auf 3,25 €, nachdem sie zur Eröffnung sogar auf 3,01 € gefallen waren. Damit bewegte sich die Aktie entgegengesetzt zum freundlichen Gesamtmarkt.

„Die deutlichen Kursabschläge haben uns überrascht“, sagte ein Marktanalyst. „Die Überraschung besteht nicht darin, dass die Leute auf das Ergebnis des Fußballspiels gucken, sondern darin, wie schnell sie verkaufen.“ Die Börsenumsätze bei den Aktien von Borussia Dortmund-Aktien lagen um das Dreifache über dem sonstigen Tagesdurchschnitt.

Im Elfmeterschießen hatten die Dortmunder am Mittwochabend gegen das Team aus Brügge die letzte Chance vergeben, in dieser Saison in der Champions League zu spielen. Das war zwar nicht das Ende der internationalen Ambitionen, als Drittplatzierte der vergangenen Bundesligasaison sind die Borussen nun aber lediglich für den Uefa-Pokal qualifiziert. „Das ist der Super-Gau für Borussia Dortmund“, urteilte Aktienanalyst Paul Sibianu von der WGZ-Bank. „Der Uefa-Pokal ist der Cup der Verlierer. Außer Liverpool sehe ich dort keine attraktiven Gegner.“

Er fügte hinzu: „Für den Verein fallen nun 15 Mill. € an Einnahmen weg.“ Dies seien die Mindesteinnahmen, die der BVB durch die Champions-League-Teilnahme verbucht hätte. „Das wird die Borussia jetzt nicht annähernd kompensieren können.“ In welchem Ausmaß Borussia dies auffangen könne, hänge von den sportlichen Leistungen und der Attraktivität der Gegner im Uefa-Cup ab. „Alle Geschäftsbereiche werden durch das Verpassen der Champions League negativ beeinflusst.“ Die Fernseh- und Zuschauer-Einnahmen würden nun wohl geringer ausfallen, gleichzeitig werde dem Verein weniger aus den Sponsorenverträgen mit E.ON und Nike zufließen, denn diese seien stark leistungsorientiert.

Insgesamt ist die Borussia nach Einschätzung Sibianus an der Börse aber unterbewertet. „Die Marktkapitalisierung liegt gerade einmal bei 60 Mill. €. Die Mannschaft allein ist sicher schon das Doppelte wert.“ Zudem gelte es als sicher, dass das Unternehmen BVB einen Gewinn ausweisen werde. Derzeit sind die Aktien von Borussia Dortmund nur noch rund ein Drittel dessen wert, was sie zum Börsengang gekostet hatten. Ende Oktober 2000 hatte der Verein auf dem Börsenparkett sein Debüt gegeben und seine Aktien zu elf Euro platziert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%