Chicago Board of Trade
Kampf um Terminbörse verschärft sich

Der Übernahmekampf um den Chicago Board of Trade (CBOT) geht in die Endrunde. Jeffrey Sprecher, Chef der Intercontinental Exchange (ICE), wird am Donnerstag bei den CBOT-Mitgliedern für sein etwa 10,7 Mrd. Dollar hohes Kaufangebot werben. In der Tasche hat er ein besonderes Bonbon.

tor NEW YORK. Jeffrey Sprecher, Chef der Intercontinental Exchange (ICE), bietet einen finanziellen Ausgleich von insgesamt 665 Mill. Dollar, um den jahrelange Streit der Chicagoer Terminbörse mit ihrer Nachbarin Chicago Board Option Exchange (CBOE) zu beenden. Das berichtet das „Wall Street Journal“. Nach Meinung von Experten könnte ICE-Chef Sprecher damit die Nase vorn haben.

Bislang wurden der elektronischen Börse aus Atlanta nur Außenseiterchancen im Rennen um den CBOT eingeräumt. Das Management der Terminbörse aus Chicago hat sich für die Offerte der früheren Rivalin Chicago Mercantile Exchange (CME) entschieden. Die CME hatte bereits im vergangenen Jahr ein Kaufangebot für den CBOT abgegeben und die Offerte im Mai noch einmal auf rund 9,5 Mrd. Dollar angehoben. Das Gegenangebot der ICE liegt zwar knapp 13 Prozent höher, dennoch hält der CBOT bislang der CME die Stange. Der Grund: Eine Fusion mit der ICE würde nach Meinung des CBOT-Managements länger dauern und größere Risiken bergen. Die beiden Terminbörsen CBOT und CME haben dagegen eine ähnliche Handelspalette, die von Derivaten bis Agrarprodukten reicht.

Um doch noch zum Zuge zu kommen, hat ICE-Chef Sprecher jetzt die Optionsbörse CBOE auf seine Seite gezogen. Zwischen der CBOE und etwa 1 330 CBOT-Mitgliedern gibt es einen langen Streit um Handelsrechte. Die CBOE wurde von CBOT-Mitgliedern in den 70er Jahren gegründet, hat sich danach jedoch verselbständigt und will jetzt an die Börse gehen. Der Streit mit der CBOT verhindert das bislang. Die ICE bietet zusammen mit der CBOE den CBOT-Mitgliedern einen finanziellen Ausgleich von jeweils 500.000 Dollar für ihre Handelsrechte an der Optionsbörse an und übernimmt die Hälfte der Kosten. Zusammen mit dem höheren Kaufpreis, so hofft Sprecher, könnte das den Ausschlag zu Gunsten der ICE geben. Die Aktionäre des CBOT müssen am 9. Juli über die Offerte der CME abstimmen.

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