China-Immobilien
Die Angst vor dem großen Crash

Schattenbanken verkaufen Produkte, die kein Mensch versteht. Windige Berater versprechen Kleinsparern Renditen, die sie niemals erfüllen können. In China werden Erinnerungen an den Ausbruch der US-Immobilienkrise wach.
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TaiheDer Name "Goldener Elefant Nr. 38" klingt vielversprechend. Gilt doch der Elefant in vielen asiatischen Kulturen als Glücksbringer und Symbol für Stärke und Weisheit. Dieser spezielle Elefant soll seinen Besitzern vor allem eines bringen: satte Gewinne. Jährlich - so verspricht es der Verkaufsprospekt für das in China vertriebene Kapitalanlageprodukt - sollen 7,2 Prozent Rendite abfallen. Das ist viel - mehr als das Doppelte von dem, was einem chinesischer Sparer sonst für seine Einlagen zusteht.
Was der Prospekt nicht verrät: Hinter dem "Goldenen Elefanten" verbirgt sich ein fast leerstehender Wohnkomplex in einem der ärmsten chinesischen Landstriche; zwischen Reisfeldern am Ende einer Schotterpiste in der Stadt Taihe in der östlichen Provinz Jiangxi. "Die haben noch nicht mal eine anständige Straße gebaut", schimpft Li Chun, ein Kfz-Mechaniker, der in dem besagten Komplex wohnt.

Der "Goldene Elefant Nr. 38" ist nur eines von Tausenden dieser vermögensbildenden Produkte, die bei betuchten Chinesen reißenden Absatz finden. Der Umsatz damit ist nach Angaben der chinesischen Vermögensberatung CN Benefit im ersten Halbjahr 2012 um mehr als 40 Prozent auf über zwölf Billionen Yuan (1,5 Billionen Euro) explodiert. Experten warnen mittlerweile aber vor einer Blase, die Alarmzeichen mehren sich. Wie in den USA könnten Verluste mit solchen Produkten schnell die Märkte in Mitleidenschaft ziehen, sind sich Banker sicher.
Aufgesetzt werden diese Produkte meist von Chinas "Schattenbanken", wie die unregulierten Vermögensverwalter oft genannt werden. Seit der Öffnung Chinas ab 1979 entstanden, fahren sie inzwischen ein Fünftel des Neugeschäfts der Finanzbranche ein. Ihre ursprüngliche Mission: Die renditeträchtige Kreditvergabe an risikoreichere Unternehmen, die die Banken nicht bedienen wollten.

Das hat sich in den vergangenen Jahren aber drastisch geändert. Inzwischen arbeiten die Banken eng mit den Investmentgesellschaften zusammen. Ein typisches Geschäft funktioniert so: Die Bank leiht einer Provinzregierung Geld für ein Bauprojekt. Peking kontrolliert das Institut und verlangt, riskante Kredite loszuwerden. Daraufhin verkauft die Bank das Darlehen an die Investmentgesellschaft. Diese wiederum zerlegt den Kredit und kreiert daraus - teils unter Beimischung anderer Kredite - das sogenannte "Vermögensbildende Produkt". Über die Bank werden diese oft recht kurz laufenden Produkte dann mit hohen Renditeversprechen an Privatinvestoren weiterverkauft.

Kommentare zu " China-Immobilien: Die Angst vor dem großen Crash"

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  • Jedem Geld an der Börse, der ohne Arbeit verdient wird steht ein Depp gegenüber der arbeitet ohne Geld dafür zu bekommen. Das ist in meinen Augen ein Betrugssystem.

  • Ich finde, Sie haben hier schon ziemlich übertrieben. Es gibt wesentliche Unterschiede zur US Immobilienblase:
    In USA gab wurden ca 15 % der Immos mit 100 a 125% des Wertes beliehen.
    In China ist die EK - Quote für die Finanzierung vorgeschrieben und lag zum Schluss bei 50%
    Die ständige Refinanzierung über ganze Ketten von RMDO, CDO und das gleichzeitige "einmischen" von Alt-A hypotheken hat auch nicht statt gefunden. Nicht zuletzt sind viele der Landesbänker die sich noch 2007 für solche Papiere erwärmen konnten inzwischen arbeitslos, da die staatlichen Institute mehr oder weniger abgewickelt wurden.
    Man sollte nicht ständig neues Öl ins Feuer gießen. Wir bekommen sonst noch genau die Republik, die das HB und andere herbei schreiben. Als regelmäßiger HB-Leser würde ich mir deutlich mehr Sachaufklärung wünschen. Das WSJ kriegt das ganz hervorragend hin!

  • desshalb bin ich geneigt mich darüber zu Freuen, wenn der ganze Finanzmisthaufen am Ende ist.

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