Coca-Cola
Buffett rügt „exzessive“ Vergütung

Warren Buffett kritisiert seine Lieblingsfirma: Die geplante Vergütung für das Management von Coca-Cola schmeckt dem Milliardär gar nicht. Doch dagegen stimmen will er auch nicht. Das sei „irgendwie unamerikanisch“.
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Warren Buffett ist bekannt als großer Fan von Coca-Cola. Am liebsten trinkt er Cherry Coke. Nebenbei gehören dem Milliardär noch fast zehn Prozent der Aktien des Weltkonzerns. Doch eines schmeckt Buffett offenbar nicht: Er hält das vom Management geplante Vergütungsprogramm für überzogen.

„Es ist meiner Meinung nach ein großartiges Unternehmen, wird von großartigen Personen geführt und hat, so glaube ich, eine großartige Zukunft vor sich“, erklärte Buffett im Interview mit Bloomberg News. „Ich denke nur, dass der Plan exzessiv ist.“

Buffett hatte sich lange nicht zum dem brisanten Thema geäußert. Erst jetzt bricht er sein Schweigen. Doch es ist zu spät, um noch etwas zu bewegen. Die Aktionäre haben bereits auf der Hauptversammlung am Mittwoch über den sogenannten „2014 Equity Plan“ abgestimmt. Nach Angaben des Unternehmens lag die Zustimmung zum Vergütungsprogramm bei 83 Prozent.

Das Options- und Aktienprogramm ermöglicht die Ausgabe von bis zu 500 Millionen neuer Aktien. Diese könnten in den kommenden vier Jahren wie eine Art Bonus an Angestellte ausgegeben werden – rund 6400 Mitarbeiter oder fünf Prozent der Belegschaft könnten davon profitieren. Wie viel neue Papiere genau ausgegeben werden sollen, steht noch nicht fest. Die Firma selbst geht in ihrem Basisszenario von 340 Millionen neuen Aktien aus. Insgesamt sind derzeit rund 4,4 Milliarden Aktien von Coca-Cola im Umlauf.

Buffett selbst hat sich bei der Abstimmung enthalten. „Ich könnte niemals gegen Coca-Cola stimmen, aber ich konnte auch nicht für den Plan votieren“, sagte Buffett. „Es ist irgendwie unamerikanisch, ‚nein‘ zu sagen auf einer Hauptversammlung von Coke.“ Der Investor aus Omaha verwaltet für seine Holding Berkshire Hathaway insgesamt 400 Millionen Coca-Cola-Aktien. Er ist damit mit Abstand der größte Anteilseigner des Konzerns. Seit den 1980er-Jahren hat sich der Wert seiner Beteiligung verzwölffacht. Aktueller Wert: 16,3 Milliarden Dollar.

In den vergangenen Wochen hatten einzelne Aktionäre den Vergütungsplan scharf kritisiert – und Buffett zu einer Stellungnahme gedrängt. Unter den Kritikern war auch der deutsche Investor Bert Flossbach. Er befürchtete einen „massiven Vermögenstransfer“ von den Eigentümern hin zum Management. Dies grenze an Selbstbedienung. Flossbach verwaltet nach eigenen Angaben rund 5,2 Millionen Aktien der Firma.

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