Comeback von Florian Homm: „Selbst ein reformierter Pitbull ist immer noch einer“

Comeback von Florian Homm
„Selbst ein reformierter Pitbull ist immer noch einer“

Er hat Borussia Dortmund gerettet, angeblich eine Kugel im Körper und wird seit fünf Jahren von der SEC gejagt: Florian Homm. Nun will der Ex-Finanzhai mit einem Buch beweisen, dass er geläutert ist.
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DüsseldorfEin kalter Herbsttag im Jahr 2005. Ein mehr als zwei Meter großer Mann pflügt durch die Westfalenhalle Dortmund. Die Aktionäre der Borussia weichen zur Seite, die meisten von ihnen bodenständige Menschen, die gar nicht wissen, was ein Hedge-Fonds ist. Sie schauen im wahrsten Sinne des Wortes ehrfurchtsvoll zu ihm hoch – mit Betonung auf „Furcht“. Es ist der Tag, an dem Florian Homm deutschlandweit bekannt wird – als Retter des Traditionsvereins. Der Hedge-Fonds-Manager, Prototyp der Heuschrecke, der das Geld gibt, das die Schwarz-Gelben so dringend brauchen.

Die Medienvertreter scharen sich um ihn wie die Motten um das Licht. Kaum jemand im Saal hat den Hünen vorher schon mal gesehen - sei es in real oder im Fernsehen. Bis heute zeigen die TV-Sender die Bilder dieses Tages, wenn sie über Homm berichten, weil es keine anderen gibt. Im Laufe der Hauptversammlung spricht Homm zu den Aktionären. Er sagt, er wolle dem BvB dienen, dem Club langfristig treu sein.

Wenige Minuten nach seiner Rede zieht er sich mit zwei Getreuen zurück auf den Flur. Sie rauchen Zigarre, das Markenzeichen Homms. Dutzende Fotografen und Kamerateams haben nur darauf gewartet und sind nun dabei, wie sich der frühere Profi-Basketballer die Havanna genüsslich in den Mund steckt und die Rauchfahnen an die Decke der Westfalenhalle schweben. Als wäre es der Zauberer Gandalf persönlich, der vor ihnen steht.

Seit diesem Auftritt hat sich viel verändert – bei Borussia Dortmund und bei Florian Homm. Der Fußballclub ist zweimal Deutscher Meister geworden. Der in Oberursel geborene Ex-Börsenspekulant ist seit fünf Jahren auf der Flucht. Sein Stern sank 2007 so schnell, wie er am Finanzhimmel auftauchte. Seitdem fühlen sich Anleger von ihm verraten und nicht zuletzt die US-Börsenaufsicht SEC hat eine Reihe von Fragen an ihn. Vieles deutet darauf hin, dass Homm ein Betrüger ist, auch wenn er es abstreitet.

In diesen Jahren entstand so manche Legende über Homm. Wie er in Venezuela bei einem Raubüberfall angeschossen wurde, weil er seine Geldbörse nicht herausrücken wollte. Nur knapp ist er mit dem Leben davon gekommen. Eine der beiden Kugeln, die ihn erwischten, steckt noch heute in seinem Körper. Sie steckt zu nah an der Aorta, um sie zu entfernen.

Diese Geschichte hat er selbst bestätigt, viele andere sind wohl erfunden. Das und so manch anderer Grund haben Homm dazu bewogen, sein Bild von ihm in der Öffentlichkeit geradezurücken und sich wie in der Westfalenhalle 2005 mal wieder groß von den Medien produzieren zu lassen. In diesen Tagen erscheint seine Autobiografie „Kopf Geld Jagd“. Es ist sicher kein Zufall, dass er gerade jetzt wieder mit Journalisten spricht. In fast allen großen Zeitungen erscheinen große Interviews mit ihm. Es ist eine Kampagne, die Homm und der Verlag kontrollieren wollen bis ins Letzte.

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Warum das Handelsblatt ein Interview mit Homm ablehnte

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