Computerbörse bietet Doppellisting an, die Nyse kontert mit neuem Handelssystem
Nasdaq attackiert Erzrivalen New York Stock Exchange

Die Computerbörse Nasdaq will der viel größeren New York Stock Exchange (Nyse) Marktanteile abjagen. Vorstandschef Robert Greifeld versucht derzeit, Unternehmen zu überzeugen, sich auch bei der Computerbörse listen zu lassen.

joe/Bloomberg NEW YORK. Zudem hat sie ein neues, einheitliches Handelssystem angekündigt. Schützenhilfe könnte die Nasdaq von der Börsenaufsicht SEC bekommen, die eine alte Regel, die der Nyse viel Handel beschert, ändern will. Die Aufsicht will die schnelle Ausführung einer Order über den günstigsten Preis stellen.

Nyse-Chef John Thain bläst jetzt zum Gegenangriff: Er will an seiner Börse den elektronischen Handel mit dem Parketthandel verbinden, um dem Plan der SEC zu entgegnen.

Der Grund der hektischen Initiativen ist klar: Thain will die Vormachtstellung der Nyse sichern und Greifeld den Abwärtstrend der Nasdaq stoppen. Im Jahr 2000 waren rund 5 000 Unternehmen an der Computerbörse gelistet, heute sind es 3 300. Im vergangenen Jahr musste sie die Nasdaq Europe and Nasdaq Deutschland wegen Misserfolgs schließen. Und in den USA machen der Nasdaq elektronische Konkurrenten wie Archipelago und Instinet zu schaffen. Im vergangenem Jahr hat die Nasdaq einen Verlust von 105 Mill. Dollar gemacht.

Jetzt setzt die Nasdaq auf das so genannte Doppellisting. Dabei erhalten Unternehmen, die an der Nyse gelistet sind, eine zweite Notierung an der Nasdaq. Mit diesem Angebot zog die Nasdaq bereits sechs Konzerne an, darunter Hewlett-Packard. Geholfen haben der Nasdaq dabei auch die Skandale beim weltgrößten Aktienmarkt: Im vergangenenen Jahr musste Nyse-Chef Dick Grasso zurücktreten, nachdem sein Gehaltspaket von 139,5 Mill. Dollar einen Sturm der Empörung ausgelöst hatte.

Kürzlich gab die Nasdaq zudem bekannt, dass sie ein neues, einheitliches Handelssystem einführen will. Auf dieser Plattform notieren künftig Wertpapiere, die primär an der Nasdaq gehandelt werden, ebenso wie Nyse-Aktien und Wertpapiere von der American Stock Exchange (Amex). Damit schafft die Nasdaq die Voraussetzungen, um von der geplanten Änderung der so genannten Trade- Through-Regel zu profitieren. Diese Regel von 1975 hilft der Nyse, ihre dominierende Position zu verteidigen. Sie soll allen Investoren die gleichen Bedingungen garantieren wie einem New Yorker Börsenhändler.

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