DAB Depot Contest

Achtung, Blasengefahr!

Die großen Notenbanken fluten die Märkte mit billigem Geld. Möglicherweise mit katastrophalen Folgen, warnen Experten. Wo die Gefahr von Vermögensblasen am größten ist – und wo der nächste Crash droht.
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Händler an der Börse in Chicago. Quelle: ap

Händler an der Börse in Chicago.

(Foto: ap)

DüsseldorfDie Deutschen sind ängstlich. Und deshalb lieben sie Immobilien. Die eigenen vier Wände, ganz gleich ob Großstadtwohnung oder das Häuschen im Grünen, schützen Sie vor den Krisen dieser Welt. Vor Börsencrashs, vor allem aber vor der drohenden Enteignung, vor der Inflation. Zumindest glauben die Deutschen das. Oder besser: sie wollen das glauben.

Bestärkt werden sie in ihrer Haltung von Ben Bernanke und Mario Draghi, den beiden Chefs der großen Notenbanken Federal Reserve (Fed) und Europäischer Zentralbank (EZB). Seit Monaten fluten sie die Finanzmärkte mit frischem Geld, um die maroden Staatshaushalte zu sanieren und die Weltkonjunktur am Laufen zu halten. Die Strategie der laxen Geldpolitik ist womöglich ohne Alternativen, aber sie ist auch brandgefährlich.

Denn die vielen Dollar und Euro kommen nicht dort an, wo sie eigentlich gebraucht werden, in der Realwirtschaft, sondern wirbeln umher - immer auf der Suche nach Rendite. Sie fließen an die Aktienmärkte, in Agrarrohstoffe oder deutsche Immobilien. Mittlerweile sind selbst strukturierte Produkte wie Collateralized Debt Obligations, kurz CDOs, wieder heiß begehrt. Jene verbrieften Wertpapiere, die vor ungefähr fünf Jahren mitverantwortlich dafür waren, dass in den USA die Finanzkrise ausbrach und die Welt an den Rande des Abgrunds brachte. CDOs versprechen derzeit Renditen im zweistelligen Prozent-Bereich. Geld ist genug da. Und wenn genug Geld da ist, wird es auch für Schrott ausgegeben – und die Preise steigen.

Kritiker warnen seit längerem vor den Folgen der laxen Geldpolitik der Notenbanken. Sie fürchten, dass das billige Geld eine neue, eine riesige Blase nährt. Jeremy Grantham beispielsweise, Gründer des Bostoner Vermögensverwalters GMO und seit über vierzig Jahren im Anlagegeschäft tätig, wird nicht müde, die Strategie der US-Notenbank Fed zu verurteilen. Ein „Verbrechen“ sei die Politik der billigen Dollar.

Die Währungshüter liefern immer das gleiche Drehbuch. Zinsen runter, dazu Notenpresse an. Und wenn das nicht hilft, kaufen sie Wertpapiere, die sonst keiner haben will, Staatsanleihen aus Italien oder Spanien etwa. Damit nehmen sie die Risiken auf die eigenen Bücher und blähen ihre Bilanz auf. Die von den großen Zentralbanken gehaltenen Aktiva haben sich nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt und erreichten Ende 2011 rund 18 Billionen Dollar.

Nicht wenige fühlen sich an den Beginn des Jahrtausends erinnert, die Zeit, nachdem die Internetblase geplatzt war. Alan Greenspan, der damalige Fed-Chef, flutete die Märkte mit billigem Geld, wurde anfangs dafür von der Wall Street gefeiert. Doch die Party währte nicht lange, Greenspans Strategie führte geradewegs in die nächste Krise. Deren Auswirkungen versucht sein Nachfolger Ben Bernanke gerade zu bekämpfen - wieder mit billigen Dollars. "Die Parallelen zu 2003 sind sehr nah", sagte Stephen Stanley, früher einmal Analyst bei der Fed, vor einiger Zeit der Agentur Bloomberg. Die große Frage ist: Wo ist heute die Blasengefahr am größten?

"Anleger unterschätzen die Risiken"
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14 Kommentare zu "DAB Depot Contest: Achtung, Blasengefahr!"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Marktkapitalisierung hin und morgen her: Wir wünschen in 2013 keine Treppe: Das wirt zu viel Geld verbrennen

  • das einzige was jetzt gleich platzt, ist meine Blase... ;-)

  • Ich denke, Immobilien sind immer noch billig. Der Inflation der letzten 20 Jahre wurde kaum ausgeglichen. Das passiert jetzt und ist aus meiner Sicht keine Blase.

    Seit drei Jahren schreiben viele Unternehmen prächtige Gewinne. Nur der Aktienkurs ist nicht entsprechend gestiegen, wegen des Krisengetaumels. Wenn Investoren sich jetzt mehr mit der Unternehmens-Realität beschäftigen, dann steigen die Aktienkurse zwangsläufig. Es ist auch gut so und keine Blase, wenn niemand mehr darüber nachdenkt ob Hollande Merkel mag.

  • Eine interessante Meinung aus der Hauptstadt der Quadratmeterpreise:

    http://www.svea-kuschel.de/blog-von-constanze-hintze/

    C. Hintze spricht von der Immobiliengrippe, die vor allem blind zu machen scheint, was die Risiken betrifft.

  • "....um die maroden Staatshaushalte zu sanieren..."
    Das EZB-Geld saniert die Haushalte keineswegs; es verhindert allenfalls den sofortigen totalen Kollaps.

  • Aber wer rettet dann die Steuerzahler?

  • Die Blasengefahr hat eine einzige Ursache: die EZB kommt ihrem Auftrag in keiner Weise nach. Es ist empörend zu sehen, daß dieser Institution die Geldwertstabiltität völlig egal ist und sich zum Superfinanzier der Pleite-Länder erhebt. [...]. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Ich kann mich genau erinnern, daß im Handelsblatt schon während der Subprime-Krise 2007 die Empfehlung für Gold ausgesprochen wurde.

    Ich bin diesem Rat gefolgt.
    1kg Barren 2007 = 17 500 €.
    Heute 5 J.später= 43 500 €.

    Danke Handelsblatt, Du hast mich wohlhabend gemacht.

  • Wann war das genau: Der Winter im Jahre 2000?
    Als der Dax bei 2200 stand.
    Danach erholte er sich prächtig.
    Bis auf 8400.
    Dann ist das passiert, was immer wieder passieren wird: Der Crash kam.
    Heute ist die Situation viel gefährlicher als im Jahre 2000.
    Heute haben wir 10 Billionen Euro teilweise uneinbringliche Schulden in der EU, für die die deutschen Deppen mit 27% haften müssen.
    Reset zu 2000 ist denkbar. Also Vorsicht.

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