DAB Depot Contest
Achtung, Blasengefahr!

Die großen Notenbanken fluten die Märkte mit billigem Geld. Möglicherweise mit katastrophalen Folgen, warnen Experten. Wo die Gefahr von Vermögensblasen am größten ist – und wo der nächste Crash droht.
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DüsseldorfDie Deutschen sind ängstlich. Und deshalb lieben sie Immobilien. Die eigenen vier Wände, ganz gleich ob Großstadtwohnung oder das Häuschen im Grünen, schützen Sie vor den Krisen dieser Welt. Vor Börsencrashs, vor allem aber vor der drohenden Enteignung, vor der Inflation. Zumindest glauben die Deutschen das. Oder besser: sie wollen das glauben.

Bestärkt werden sie in ihrer Haltung von Ben Bernanke und Mario Draghi, den beiden Chefs der großen Notenbanken Federal Reserve (Fed) und Europäischer Zentralbank (EZB). Seit Monaten fluten sie die Finanzmärkte mit frischem Geld, um die maroden Staatshaushalte zu sanieren und die Weltkonjunktur am Laufen zu halten. Die Strategie der laxen Geldpolitik ist womöglich ohne Alternativen, aber sie ist auch brandgefährlich.

Denn die vielen Dollar und Euro kommen nicht dort an, wo sie eigentlich gebraucht werden, in der Realwirtschaft, sondern wirbeln umher - immer auf der Suche nach Rendite. Sie fließen an die Aktienmärkte, in Agrarrohstoffe oder deutsche Immobilien. Mittlerweile sind selbst strukturierte Produkte wie Collateralized Debt Obligations, kurz CDOs, wieder heiß begehrt. Jene verbrieften Wertpapiere, die vor ungefähr fünf Jahren mitverantwortlich dafür waren, dass in den USA die Finanzkrise ausbrach und die Welt an den Rande des Abgrunds brachte. CDOs versprechen derzeit Renditen im zweistelligen Prozent-Bereich. Geld ist genug da. Und wenn genug Geld da ist, wird es auch für Schrott ausgegeben – und die Preise steigen.

Kritiker warnen seit längerem vor den Folgen der laxen Geldpolitik der Notenbanken. Sie fürchten, dass das billige Geld eine neue, eine riesige Blase nährt. Jeremy Grantham beispielsweise, Gründer des Bostoner Vermögensverwalters GMO und seit über vierzig Jahren im Anlagegeschäft tätig, wird nicht müde, die Strategie der US-Notenbank Fed zu verurteilen. Ein „Verbrechen“ sei die Politik der billigen Dollar.

Die Währungshüter liefern immer das gleiche Drehbuch. Zinsen runter, dazu Notenpresse an. Und wenn das nicht hilft, kaufen sie Wertpapiere, die sonst keiner haben will, Staatsanleihen aus Italien oder Spanien etwa. Damit nehmen sie die Risiken auf die eigenen Bücher und blähen ihre Bilanz auf. Die von den großen Zentralbanken gehaltenen Aktiva haben sich nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt und erreichten Ende 2011 rund 18 Billionen Dollar.

Nicht wenige fühlen sich an den Beginn des Jahrtausends erinnert, die Zeit, nachdem die Internetblase geplatzt war. Alan Greenspan, der damalige Fed-Chef, flutete die Märkte mit billigem Geld, wurde anfangs dafür von der Wall Street gefeiert. Doch die Party währte nicht lange, Greenspans Strategie führte geradewegs in die nächste Krise. Deren Auswirkungen versucht sein Nachfolger Ben Bernanke gerade zu bekämpfen - wieder mit billigen Dollars. "Die Parallelen zu 2003 sind sehr nah", sagte Stephen Stanley, früher einmal Analyst bei der Fed, vor einiger Zeit der Agentur Bloomberg. Die große Frage ist: Wo ist heute die Blasengefahr am größten?

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Marktkapitalisierung hin und morgen her: Wir wünschen in 2013 keine Treppe: Das wirt zu viel Geld verbrennen

  • das einzige was jetzt gleich platzt, ist meine Blase... ;-)

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