Daimler-Chrysler im Fokus
Dax-Ausblick: Noch einmal aufwärts

Der deutsche Leitindex könnte in der kommenden Woche die 7 000er-Marke testen, glauben die Optimisten unter den Marktbeobachtern. Doch die Gefahr von Rückschlägen droht weiter. Zunächst steht aber Daimler-Chrysler im Blick der Anleger.

HB FRANKFURT. Während in den Karnevalshochburgen entlang des Rheins die Jecken in der nächsten Woche das Zepter übernehmen, wird es am deutschen Aktienmarkt ernst. Denn am Tag vor Weiberdonnerstag geht es bei Daimler-Chrysler zur Sache: Der weltweit fünftgrößte Autobauer wird für die angeschlagene US-Tochter Chrysler ein Sanierungskonzept vorlegen, und das wird laut Analysten von einer sehr durchwachsenen Bilanz garniert sein.

„Da sollte alles Schlechte eingepreist sein, so dass die Überraschung nur positiv ausfallen kann“, sagt ein Börsianer. Sollte der Markt indes den Sanierungsmaßnahmen für Chrysler vertrauen, halten einige Aktienstrategen auch eine durchgreifende Neubewertung der Aktie für möglich.

Marktanalyst Heino Ruland vom Brokerhaus Steubing prognostiziert: „Ich nehme daher an, dass der Dax nächste Woche die 7 000-Punkte-Marke nehmen wird.“ Postbank-Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein ist etwas vorsichtiger: „Der Dax könnte über die 7 000 lugen, ob er die Marke nachhaltig bricht, hängt aber vom Umfeld ab.“ In der zu Ende gehenden Woche hatte der Dax bis Freitagmittag gut ein halbes Prozent auf 6 928 Punkte zugelegt und erstmals seit November 2000 die Marke von 6 900 überwunden.

Die müsse „nachhaltig überschritten werden, um einen weiteren Aufwärtstrend zu generieren“, mahnen die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger. Den Markt insgesamt halten sie für noch intakt: „Der Dax befindet sich unverändert in seinem aufwärts gerichteten Trendkanal“, schreiben sie in ihrer aktuellen „Marktmeinung aus Stuttgart“: „Die obere Linie verläuft bis zu 7 000 Punkten, die untere Linie liegt bei 6 800 Punkten.“

Die Luft wird also auch nach Ansicht der Schwaben dünner: „Für die Investoren an den Aktienmärkten bleibt die Situation unverändert, es geht mit Sorge aufwärts. Das Warten auf einen Rückschlag schwellt ständig mit.“ Verschärft werde die Sorge auch dadurch, dass der Ölpreis nun doch wieder seit Mitte Januar um rund 20 Prozent gestiegen ist, bedingt unter anderem durch die Kältewelle im Nordosten der USA. Die Marktbeobachter verweisen auf einen weiteren kritischen Punkt, der zunächst mit den Aktienmärkten nicht in Verbindung steht: der Preisverfall beim Kupfer: „Hier bleibt es bei der Spekulation, dass ein Rückgang der Kupfer-Nachfrage eine Folge des verlangsamten weltweiten Wirtschaftswachstums wäre.“

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