Datenanbieter Nanex
Der Angstgegner der Power-Dealer

Eric Hunsader entlarvt zweifelhafte Börsen-Deals mit psychedelischen Grafiken. Die Hochfrequenz-Händler an Wall Street fürchten diesen Mann. Ein Besuch in einem Vorort in Chicago.
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ChicagoEric Scott Hunsader sitzt vor vier Computer-Monitoren. Der Angstgegner der Hochfrequenz-Händler von der Wall Street operiert aus einem Büro von der Größe eines Appartements heraus. Es liegt über einem Salon für Maniküre und Pediküre in einem Vorort von Chicago.

Der Gründer des Marktdaten-Anbieters Nanex sucht nach Hinweisen für illegalen Handel, versteckt in psychedelischen Bildern von Dreiecken, die mit Punkten tanzen. Diese bilden Kauf- und Verkaufskurse für Aktien ab, heruntergebrochen auf Millisekunden.

Die Charts über Handelsverläufe, die Hunsaders mit acht Mitarbeitern produziert, haben alle in den Bann geschlagen - von Aufsichtsbehörden bis hin zu Inhabern von Kunstgalerien. Ein Gag umfasst ein computererzeugtes Klavier- Stück, das die Preisfeststellungen für einen börsengehandelten Fonds nachahmt.

Händler macht Hunsader damit wütend. Sie sagen, Nanex ziehe ungerechtfertigte Schlussfolgerungen und verbreite Verschwörungstheorien. Für Hunsader indes sind die Bilder, die aus Strömen von Kursdaten entstehen, Beweise. Belege dafür, dass die Hochfrequenz-Handelsfirmen Marktregeln ausnutzen, um in einem rechtlich ungeregelten Umfeld Gewinne zu erzielen.

Auch wenn manche in der Branche die Berichte und Charts von Nanex als Propaganda abtun, helfen die Interpretationen von Nanex, die öffentliche Debatte über die fundamentale Fairness der modernen Aktienmärkte voran zu treiben.

Hunsaders Firma stellt sich selbst als David dar, der gegen die Branchen-Goliaths kämpft: die Hochfrequenz-Handelsfirmen mit den tiefen Taschen, die den US-Aktienhandel dominieren. Die Branche hat unterdessen begonnen, zurückzuschlagen - sie beschuldigt Hunsader, die falschen Schlüsse zu ziehen, aus dem, was seine Charts zeigen.

Kommentare zu " Datenanbieter Nanex: Der Angstgegner der Power-Dealer"

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  • Aus welcher Mottenkiste ist denn dieser Artikel gekommen? :-)

    Abgesehen von populistischen Politikern (also die der SPDCDUFDPLINKEGRÜNE) und ohnehin Börsenfernen sollte sich doch zwischzeitlich herumgesprochen haben, dass es beim Hochfrequenzhandel zwar auch gelegentlich Manipulationen gibt, das HFT aber mehrheitlich positiv auch für ganz normale Anleger ist, da HFT den Spread und somit Risiko und Handelskosten reduziert.

    Und wenn man dann noch Börsenfachzeitschrift aus USA/England liest, dann klingt es dort ganz anders: Dort wird von normalen Privatleuten die _Ausweitung_ von HFT gewünscht. Und zwar ganz konkret auf Aktien von kleinen Firmen, da dort der Spread überlicherweise besonders groß ist...

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