Dax-Absturz
Das kann doch einen Zocker nicht erschüttern!

Der Dax fällt immer tiefer. Das weckt Erinnerungen an den Lehman-Crash. Und wie reagieren die deutschen Anleger? Erstaunlich gelassen. Statt Panik herrscht eher ungläubiges Staunen.
  • 13

DüsseldorfInnerhalb kurzer Zeit hat der Dax mehrere hundert Punkte verloren. Am Mittwochmorgen rutscht der Index sogar kurz unter 6700 Punkte – kaum zu glauben, dass er nur eine Woche vorher noch bei 7300 Zählern lag. 

Dafür bleiben die von der Finanzkrise gestählten Anleger erstaunlich ruhig. Statt Panik herrscht eher ungläubiges Staunen. „Was für ein Tag! So etwas in dieser Form dürften viele von uns schon seit längerem nicht mehr erlebt haben“, schreibt der Autor des Börsenblogs „Investors Inside“.

Mancher scheint sogar Gefallen an einem dicken Minus auf der Kurstafel zu finden. Im Börsenblog „Start Trading“ heißt es: „Das war gestern ein Freudentag für die Bären. Haben sie doch lange diesem Irrsinn des Marktes zusehen müssen. Der Markt stieg, obwohl er fallen müsste. Doch gestern wurden die Bären für ihre Geduld entlohnt.“

Gleichzeitig wird in Börsenforen eifrig darüber diskutiert, ob man angesichts der niedrigeren Kurse nicht schon wieder kaufen sollte – viele spielen mit dem Gedanken, allerdings scheinen sich im Moment nur die wenigsten zu trauen.

Der Kommentar von „Investors Inside“ steht stellvertretend für viele: „Um auf einen Rebound zu setzen ist es wohl noch zu früh, allerdings würde ich auf diesem Niveau auch nicht mehr meine soliden Aktien verschleudern. […] Grundsätzlich gilt: Es bringt nichts sich von der allgemeinen Panik anstecken zu lassen, der Markt ist deutlich überverkauft und eine Gegenbewegung längst überfällig!“

Auch Christoph Scherbaum von den Börsenbloggern wundert sich: „Leute so schnell kann es gehen. Wer am Dienstagmorgen auf eine technische Reaktion der Märkte gehofft hat, der hat nun nen langes Gesicht zu machen.“

Seite 1:

Das kann doch einen Zocker nicht erschüttern!

Seite 2:

Es wird zusehends ungemütlicher

Kommentare zu " Dax-Absturz: Das kann doch einen Zocker nicht erschüttern!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Gemach Gemach, liebe Leser und Kommentatoren,
    erinnert Euch an die Zeit vor drei Jahren, fast jede Prognose der Analysten ging daneben - vieles ist nicht neutral sondern dient gezielten Marktbeeinflussungen.
    Macht euch doch selber ein Bild der Wirtschaft auf Grund von Fakten.
    Griechenlandkrise ist gut gelöst - besser als die Amerikaner ihr Schuldenlimit gelöst haben. Der Rest in Europa ist doch nicht wirklich gefährdet.
    Ein Blick nach Japan zeigt dort einen Verschuldungsgrad von 230% des BIP und keiner schreit auf !! In Deutschland haben wir gerade mal 80% und kaum ein anderes EU-Land liegt über 100%. Die EU-Länder sind wirtschaflich gut aufgestellt ( immer im Verhältnis zu anderen Ländern gesehen) und auch in der Lage die Schulden zu bewältigen - Griechenland wird es auch lernen müssen seine Steuern einzutreiben und die Steuerzahler werden sich von der Betrügerei verabschieden müssen. Griechenland bekommt 15-30 Jahre zeit dafür, das ist eine sehr gute Lösung für eine machbare Rückzahlung.
    Nehmen wir die deutschen Unternehmen im DAX und MDAX, da ist man mit Aktien an guten Unternehmen beteiligt, so eine Unternehmensbeteiligung ist meist seriöser als Bargeld auf dem Konto zu haben.
    Die Panik an den Börsen kommt gezielt aus Hedgefonds- Ecken und politisch motivierter Seite. Ein wenig mehr Zutrauen sollten wir ruhig in unsere Unternehmen und auch Politiker haben. Immer im Vergleich mit anderen Ländern sehen und sich fragen, mit wem würde ich tauschen wollen ?
    Panik ist nicht angebracht

  • Ich finde es gut, daß die Märkte Druck auf Italien ausüben, doch ein bißchen Ernsthaftigkeit walten zu lassen. Ansonsten finde ich die Bewertung italienischer Staatsanleihen wahrhaft übertrieben: bislang haben die Italiener wie ein Rädchen immer bezahlt. Von Spanien erwarten die Märkte, dass das Land sich eine vernünftige, wirtschaftspolitische Strategie überlegt. Also fundamental sehe ich keinen Grund, warum Spanien oder Italien - beide Länder mit einer sehr fleißigen Bevölkerung - pleite gehen sollten. Wenn aber beide Länder an die Wand gedrückt wür-den, könnten das auch unsere politischen Rettungsschirm-bastler nicht mehr stemmen; es wäre das Ende des Euro, und dann bekämen wir echtes Chaos an den Märkten weltweit.

  • Die Dax-Konzerne gehören uns Deutschen oder auch Europäern doch schon lange nicht mehr. Wenn die ausländ. Mehrheitseigner der DAX-Konzerne nun Geld benötigen, verkaufen sie. Folge: Kurssturz! Und was tun wir Europäer nun? Würden nur die Versicherer als inst. Anleger statt 2% nur 4% ihres Anlagevermögens (erlaubt wären ihnen 15%) in europäischen Aktien anlegen, sähe die Welt schon anders aus. Aber wie schon seit Jahrzehnten werden sie dem Markt hinterher rennen und kaufen, wenn der DAX bei 8.000 Punkten steht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%