Dax-Aktien
Auf wen sich Anleger verlassen können – und auf wen nicht

Die Gewinne der Unternehmen steigen, die Konjunktur zieht an. Das Argument, wegen der unsicheren Zeiten könne man keine Prognose abgeben, zieht nicht mehr. Trotzdem halten einige Dax-Konzerne ihre Aktionäre weiter hin.
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FrankfurtDie Konzerne aus dem Dax haben ihre Aktionäre lange vertröstet. In der Finanzkrise wagte es kaum ein Unternehmen, eine konkrete Vorhersage über die weitere Geschäftsentwicklung zu treffen. Eine gern gebrauchte Floskel lautete: "Wir fahren auf Sicht"; was übersetzt so viel hieß wie: "Wir haben auch keine Ahnung, wie es weiter gehen soll". So langsam sollten die Unternehmen aber wieder klarer sehen.

"Die Krise ist überwunden und abgehakt. Daher muss es den Unternehmen problemlos möglich sein, Aussagen über die Entwicklung ihrer zentralen Stellgrößen zu tätigen", sagt Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Die DSW hat zusammen mit der Beratungsgesellschaft Kirchhoff Consult die Prognosen der großen deutschen Unternehmen in ihren Geschäftsberichten 2010 unter die Lupe genommen. Untersucht wurden dabei die entscheidenden Passagen im Ausblick oder der Prognose der Berichte. Welches Unternehmen informiert seine Anteilseigner besonders gut, welches bleibt lieber im Vagen?

Das Ergebnis der Studie fällt aus Sicht der Aktionäre unbefriedigend aus: Die Prognosen seien oftmals wenig aussagekräftig und damit für Anleger größtenteils nutzlos, meint Hocker. In manchen Fällen seien die Aussagen nicht mehr als "unbrauchbare Orakelsprüche".

Nach Ansicht der Anlegerschützer überzeugen nur sieben der 30 Dax-Unternehmen durch präzise Angaben. Als herausragende Beispiele werden etwa Bayer und Fresenius Medical Care genannt. Der Großteil der Firmen informiert allerdings nicht sonderlich gut über zukünftige Erwartungen. Sechs werden von der DSW wegen mangelhafter Transparenz gerügt, darunter der Autobauer Volkswagen. Diese Unternehmen lieferten keine quantitativen Prognosen zum Konzernergebnis für 2011, keinen Ausblick zur Ergebnisentwicklung 2012 und nur vereinzelt Prognosen zur Geschäftsentwicklung.

Dabei ist jedes Unternehmen gesetzlich verpflichtet, im Geschäftsbericht eine Prognose über zukünftige Ergebnisse abzugeben. Die Vorgaben der deutschen Rechnungslegung sind klar formuliert: Für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren sollen wesentliche interne und externe Einflüsse, wie zum Beispiel Investitionen, zu einer Gesamtprognose zusammengefasst werden.

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