Dax-Ausblick
Aufwärts – allen Warnungen zum Trotz

Der Dax kennt kein Halten. Statt erwarteter Korrekturen verleiten kleine Rücksetzer Anleger zum Einstieg – und weiter geht es bergauf. So könnte es kommende Woche weitergehen, meinen nun viele Beobachter. Andere raten, bei allem Optimismus die Warnsignale nicht zu vergessen.

HB FRANKFURT. In Deutschland geht die Berichtssaison bald zu Ende. Impulse von Unternehmensseite fehlen also an der Börse; dem Dax könne daher in der kommenden Woche langsam die Luft ausgehen, meinen einige Marktstrategen. Auch von Konjunkturdaten aus Europa und den USA seien kaum Impulse für den Markt zu erwarten. In den vergangenen Wochen hat der deutsche Leitindex an manchen Tagen deutlich verloren, erholte sich aber meist schnell wieder und bewegte sich dann Schritt für Schritt nach oben. In dieser Woche hat der Dax bis zum Freitagnachmittag gut zwei Prozent gewonnen.

Für viele ist dies ein Indikator dafür, dass der Dax die jüngste Konsolidierung zwischen 7 539 und 7 305 Punkten beendet und nun seinen Aufwärtstrend wieder aufgenommen habe. Mithin könne es also in der kommenden Woche am deutschen Aktienmarkt weiter aufwärts gehen. Die Optimisten glauben, der deutsche Leitindex habe in der Konsolidierung überkaufte Strukturen abgebaut und so die Grundlagen für nachhaltig weiter steigende Kurse gelegt. Den nächsten „big point“ sehen manche gar am Horizont: das bisherige Allzeithoch aus dem März 2000 bei 8 136 Punkten. Einem Test dieses Allzeithochs noch im ersten Halbjahr steht nach Ansicht der Bullen nicht mehr viel im Weg.

Mit der Berichtssaison zeigen sich die meisten Analysten zufrieden. Die Mehrheit der Unternehmen habe positiv überrascht. „Enttäuschungen blieben die Ausnahme“, urteilen die Aktienexperten von der Landesbank Berlin. „Vielmehr deuten die optimistischen Ausblicke der Konzerne auf ein anhaltendes Gewinnwachstum hin, was zur Folge hat, dass die Bewertungen für Dax und EuroStoxx50 unverändert moderat ausfallen.“ „Die Unternehmen haben gut berichtet, die Konjunkturzahlen sind auch gut und die Bewertung ist immer noch nicht zu hoch“, meint auch Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg.

Die Konjunktur laufe besser als erwartet, glauben auch andere Beobachter, die ebenfalls mit tendenziell weiter steigenden Gewinne rechnen. Analysten sehen das Dax-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) nun bei gut 13. Im Vergleich mit dem Rentenmarkt-KGV von 23 halten die Optimisten selbst einen Anstieg des Dax in Richtung 10 000 Punkte für vertretbar.

Fusionsfantasien beflügeln die Börse

Neben der guten Gewinnentwicklung dürften nach Einschätzung vieler Aktienstrategen Übernahmen und Fusionen auch in den kommenden Wochen eines der beherrschenden Themen am Markt bleiben. „Das dürfte die Kurse weiter punktuell treiben“, sagt Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg rechnet damit, dass die Welle von Übernahmen und Fusionen noch eine ganze Weile anhalten werde. „Die Unternehmensbilanzen sehen pauschal gesehen ganz gut aus. Die Firmen haben gut verdient und lange nicht viel gekauft. Außerdem sind die Preise noch moderat.“

Im Blickpunkt stehen nach wie vor die Finanztitel, aber auch die Titel der Automobilindustrie. Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche rechnet mit einer Konsolidierung in der Branche. Beobachter halten vor diesem Hintergrund Gerüchte aus der ablaufenden Woche wie das über Interesse von BMW an Renault nicht mehr für ganz so abenteuerlich. Auch VW bleibt mit dem Ende der Annahme-Frist für das Porsche-Gebot am 29. Mai im Fokus der Anleger. Im Anschluss könnte Porsche seinen Anteil an VW über die Börse weiter aufstocken. MAN könnten ihren Aufwärtstrend mit der weiter schwelenden Spekulation um einen neuen Nutzfahrzeugkonzern aus MAN und Scania ebenfalls fortsetzen.

Für den Dax spricht auch das Sentiment. Schenkt man der neuen Umfrage von cognitrend Glauben, verpassen viele Anleger den Aufschwung oder setzen sogar auf fallende Kurse. Damit blieben genügend potenzielle Käufer für weiter steigende Kurse übrig.

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