Dax-Ausblick: Die Anzeichen für eine Korrektur nehmen zu

Dax-Ausblick
Die Anzeichen für eine Korrektur nehmen zu

Der Dax hat in der vergangenen Woche erneut ein Drei-Jahres-Hoch markiert. Angesichts immer neuer Höchststände werden Kurskorrekturen wahrscheinlicher. Anleger schauen nun auf die heiße Phase der deutschen Bilanzsaison.
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Frankfurt/DüsseldorfDer Dax steigt und steigt. Am Freitagnachmittag schloss der Leitindex bei 7.426 Punkten und damit in der Nähe seines am Mittwoch erreichten Drei-Jahres-Hochs von 7.438 Zählern. Seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex somit rund sieben Prozent gewonnen, seit Beginn seiner beeindruckenden Rally im September des vergangenen Jahres sind es in der Spitze sogar 27 Prozent.

Dieser rasante, ohne größere Verschnaufpausen und Korrekturen sich vollziehende Anstieg des Index wird nicht nur vielen Anlegern immer unheimlicher. Auch zahlreiche Analysten sehen angesichts der vergangenen Wochen und Monate Potenzial für Kurskorrekturen. Kann die nun beginnende heiße Phase der Bilanzsaison in Deutschland den Märkten weitere positive Impulse verleihen oder werden die nach wie vor bestehenden Marktrisiken die zumeist guten Konjunkturaussichten und Unternehmenszahlen in den Hintergrund drängen?

Aus den USA gibt es gute Vorgaben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 12.391 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,2 Prozent auf 1343 Zählern. Seit Anfang September hat der Index 28 Prozent zugelegt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,1 Prozent auf 2833 Punkte zu. Auf Wochensicht stiegen Dow und S&P je ein Prozent, Nasdaq gewann 0,9 Prozent.

Zu den Optimisten zählt Marktstratege Jörg Rahn von Marcard Stein & Co. Der Analyst ist überzeugt, dass die Fahrt aufnehmende Berichtssaison in der neuen Woche die Lust der Anleger auf Aktien weiter anheizen wird. „Die Erwartungen an die Unternehmen sind zwar hoch, aber sie konnten sie bislang meist erreichen oder gar übertreffen“, sagt der Experte. „Bei vielen Unternehmen wird der Ausblick auf das Gesamtjahr gut ausfallen.“ Nachdem viele Unternehmen in den USA, in Japan und in Europa mit robusten Geschäftszahlen die Aktienmärkte zuletzt nach oben gezogen hatten, richten sich nun die Augen auf Dax-Schwergewichte wie BASF und Deutsche Telekom. „Die Bilanzsaison ist bislang recht gut gelaufen und es sieht danach aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird“, ist ein Börsianer überzeugt.

Doch bei weitem nicht alle Experten sind derart optimistisch. So treten die Analysten der Helaba auf die Euphoriebremse: Angesichts immer neuer Höchststände bei Aktien und der damit steigenden Risikobereitschaft der Anleger scheinen Enttäuschungen vorprogrammiert. Während in den vergangenen Monaten die Mehrheit der Konjunkturdaten dank zurückhaltender Erwartungen positiv überraschen konnte, wird der Anteil der Überraschungen in absehbarer Zeit sinken, glauben die Experten. Die Schlussfolgerung: Da das Gros der potenziellen Aktieninvestoren bereits am Markt tätig ist, könnte sich das Zeitfenster für Aktien allmählich schließen. Zunehmende Risiken und ein immer ungünstiger werdendes Chance/Risiko-Verhältnis lassen die Helaba zu einer defensiv ausgerichteten Anlagestrategie raten.

Auslöser für eine bevorstehende Korrektur „könnte auch eine wieder wachsende Unsicherheit vor dem Ende März stattfindenden EU-Gipfel sein“, heißt es in einem Marktkommentar der Landesbank Berlin. Börsianer erwarten, dass beim Gipfelmarathon in Finnland und Brüssel ein dauerhafter Krisenmechanismus beschlossen wird. Dass der von Anlegern erwartete große Wurf tatsächlich gelingt, ist jedoch keineswegs ausgemacht. Commerzbank-Analysten sehen ein beträchtliches Risiko, dass die hochgesteckten Erwartungen nicht erreicht werden - und die Risikoaufschläge für Anleihen der Krisenländer daraufhin wieder steigen.

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