Dax-Ausblick
Jetzt muss alles rund laufen

Ob Aktien, Devisen, Anleihen oder Gold – Investoren haben in der zurückliegenden Woche kräftig investiert und den Dax bis auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gehievt. Doch mit dieser Rally haben die Märkte inzwischen sehr viel Positives vorweggenommen. Die überaus optimistische Erwartungshaltung birgt auch die Gefahr negativer Überraschungen.
  • 0

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Die Chancen für eine weitere Rekordjagd am deutschen Aktienmarkt stehen in der neuen Woche nicht schlecht, auch wenn dem Dax am Freitag im späten Handel die Puste ausging und einige Anleger zu kurzfristigen Gewinnmitnahmen tendierten. Die meisten Analysten sehen für den Dax in der neuen Börsenwoche weiteres Aufwärtspotenzial wegen steigender Unternehmensgewinne und der Aussicht auf billiges Geld von der US-Notenbank Fed. "Neben der reichlichen Liquidität und den moderaten Bewertungen sollten auch positive Impulse von einer zunehmenden Übernahmetätigkeit sowie dem geglückten Start in die US-Berichtssaison ausgehen", heißt es etwa in einem Marktkommentar der Landesbank Berlin.

Es sieht nach Jahresendrally aus

Aus markttechnischer Sicht hat der Dax das seit Wochen etablierte Seitwärtsband inzwischen nach oben verlassen. Springen weitere Investoren auf den fahrenden Zug auf, stehen die Chancen für eine anhaltende Rekordjagd am deutschen Aktienmarkt gut. So erreichte der Dax am Freitag bereits mit 6 508 Punkten ein Zwei-Jahres-Hoch und hat damit seit Jahresbeginn rund neun Prozent gewonnen. "Die Finanzmärkte fangen an sich zu normalisieren, das ist aber noch nicht am Aktienmarkt angekommen", ist Marktanalyst Ralf Grönemeyer von Silvia Quandt Research überzeugt. "Es sieht deshalb alles nach einer Jahresendrally aus, wir könnten noch die 7 000 Punkte im Dax sehen."

Alle Augen richten sich auf die Fed

Ähnlich sehen dies viele Anleger. Gemessen am Dax-Sentiment ist der Anteil der Optimisten so hoch wie zuletzt im Boomjahr 2006. Genau diese Erwartungshaltung der Anleger könnte für den Dax aber auch schnell zum Problem werden. Angesichts der äußerst optimistischen Prognosen - der US-Notenbank gelingt eine Konjunkturbelebung, die Stimmung im Unternehmenslager bleibt weiter auf Spitzenniveaus und die Unternehmensergebnisse können die hohe Dynamik halten - steigt die Gefahr negativer Überraschungen.

Das Hauptaugenmerk der Investoren dürfte in den nächsten Handelstagen auf der US-Notenbank Federal Reserve liegen. Sie werden die Aussagen der Fed auf Hinweise abklopfen, in welchem Umfang diese mit einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik der US-Wirtschaft unter die Arme greifen wird. Allein für Dienstag sind bislang fünf öffentliche Auftritte führender US-Notenbanker angekündigt. Am Mittwoch folgt das "Beige Book" der Fed zur Konjunkturentwicklung.

Allerdings ist die Wette auf die Fed durchaus riskant: So kann die US-Notenbank bestenfalls ein neuerliches Abstürzen der US-Wirtschaft in die Rezession verhindern. Eine positive Wachstumsperspektive ist damit allerdings nicht gegeben. Die Folge: Mit Blick auf die mittelfristigen Gewinnerwartungen baut sich beachtliches Enttäuschungspotenzial auf.

Seite 1:

Jetzt muss alles rund laufen

Seite 2:

Kommentare zu " Dax-Ausblick: Jetzt muss alles rund laufen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%