Dax-Ausblick
Zahlenflut rollt auf zweifelnde Anleger zu

Misstrauen und Vorsicht sind an die Aktienmärkte zurückgekehrt und dürften auch den Verlauf der neuen Handelswoche prägen. Zudem läuft die Berichtssaison in Deutschland weiter auf Hochtouren. Nachdem etwa ein Drittel aller Dax-Konzerne ihre Geschäftsberichte inzwischen vorgelegt haben, stehen die Quartalszahlen und Ausblicke von zwölf weiteren an.
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HB FRANKFURT. In der neuen Börsenwoche stehen außer der wahren Flut an Quartalszahlen noch einige wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda, wobei die neuen Industrie- und Arbeitsmarktdaten die wichtigsten sein werden. Von den anstehenden Leitzinsentscheidungen der Notenbanken in den USA und Europa hingegen werden keine Änderungen und daher auch keine Impulse erwartet.

"Nachdem der deutsche Leitindex vor kurzem noch mit der runden Marke von 5 900 Punkten geflirtet hatte, rutschte das Börsenbarometer in der abgelaufenen Woche zeitweise unter 5 500 Zähler", resümieren die Experten der Landesbank Berlin die zunehmende Nervosität am Markt und verweisen zugleich auf die dafür typische Entwicklung der Handelsumsätze, die "massiv angezogen" haben. Es scheine, als wären die Impulse der laufenden Berichtssaison weitgehend aufgebraucht und die Erwartungen nach dem guten Start zu ambitioniert, um noch weitere Kurssteigerungen auslösen zu können.

"Unruhige Börsenphase bleibt"

Daher erwarten die Berliner, dass "die aufgekommene Skepsis der letzten Tage nicht so schnell verfliegen wird, und den Anlegern zunächst eine unruhige Börsenphase bevorsteht". Ambitionierte Erwartungen mit Blick auf die Wirtschaftsentwicklung und die Unternehmenserträge im dritten Quartal sowie die bereits hohe Börsenbewertung würden Enttäuschungspotenzial bergen. Auch die Experte der Commerzbank sehen dies ähnlich: "Der aktuelle Rückschlag an den Aktienmärkten erinnert uns an den Herbst 2003, als Anleger einer von März bis August laufenden Aktienrally misstrauten und Gewinne mitnahmen."

Commerzbank-Experte Andreas Hürkamp zieht Parallelen zur Dax-Entwicklung des Jahres 2003. Damals habe es sich ausgezahlt, schwächere Tage zum Einstieg zu nutzen. "Wir erwarten Ähnliches für den Herbst 2009."

Auch viele Anleger am deutschen Aktienmarkt blicken eher skeptisch in die nähere Zukunft. Jede Woche befragen die Deutsche Börse und die Sentimentanalysten von Cognitrend rund 150 institutionelle Investoren nach ihren Erwartungen. In der aktuellen Umfrage sank der Anteil der Anleger, die von steigenden Kursen ausgehen, um weitere zwei Prozentpunkte auf 38 Prozent. Gleichzeitig stieg laut Mitteilung vom Donnerstag der Anteil der Pessimisten um einen Prozentpunkt auf 42 Prozent.

"Die Zeit der starken Kursanstiege scheint an den Aktienmärkten vorbei", meint auch Arnim E. Kogge vom Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger, "der Rückwärtsgang ist eingeschaltet, allerdings noch ohne großes Tempo". Kogge rechnet mit einer eher seitwärts ausgerichteten Kursentwicklung.

Charttechnisch sei für den Dax wichtig sein, ob die 5 500-Punkte-Marke hält, da ansonsten ein Rückschlag bis 5 200 Punkte in relativ kurzer Zeit möglich wäre. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex bereits die Marke unterschritten, erholte sich aber wieder. "Die geringen Umsatzzahlen zeigen deutlich, dass die Investoren sich zurückhalten und ihre Liquidität nicht weiter investieren", sagt Kogge.

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  • Es ist klar der Markt ist heißgelaufen und das kann gar nicht auf der schnelle geschehen, die 6000 Punkte zu erreichen. Die Steigerung des Dax ist mit sehr wenig Spielraum nach Norden. Seitwärsbewegung das sich in nächstes Jahr die Richtung des Dax bewegen würde ist sehr glaubhaft. Man muss das auch mit den Rettungspackete der Regierungen komplett verbraucht sind in betracht ziehen.
    mfg

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