Dax-Ausverkauf
Die Börsen spielen verrückt

Es waren katastrophale Tage an der Börse. Innerhalb von nur einer Woche verlor der Dax rund 20 Prozent seines Wertes. Rational lässt sich das kaum erklären - die Psyche beeinflusst die Kurse derzeit weit mehr als nackte Zahlen. Ein Börsenpsychologe will Investoren deshalb eine Denkpause verordnen.

FRANKFURT. Es waren katastrophale Tage an der Börse. Innerhalb von nur einer Woche verlor der Deutsche Aktienindex rund 20 Prozent seines Wertes. Anleger verramschten nicht nur die Banken, sondern auch vermeintliche solide Aktien wie Siemens, Eon und Telekom. "Zurzeit kann man einfach keine seriösen Aussagen treffen, wo es hingeht", sagt Carsten Klude von MM Warburg.

Das Ausmaß des Ausverkaufs haben Analysten nicht vorausgesehen. Und selbst manchen Untergangspropheten überrascht, wie schnell die Kurse zurzeit abrutschen. Eine rationale Erklärung fällt schwer: Angst hat die Börsen erfasst. "Panik entsteht, wenn die Menschen glauben, die Kontrolle über die Lage zu verlieren. In so einer Situation helfen meist weder gute Worte noch gute Taten", sagt Börsenpsychologe Joachim Goldberg.

Dass die Psyche der Anleger an der Börse eine besonders wichtige Rolle spielt ist nichts Neues. Doch in diesen Tagen sind die weichen Faktoren wichtiger als alles andere. "Im Moment bestimmt ausschließlich der Faktor Psychologie die Kurse", sagt Goldberg.

Harte Fakten rücken in den Hintergrund. Diejenigen, die an die Vernunft appellieren, gehen unter im Gebrüll. "In einem von Panik geprägten Umfeld finden fundamentale Argumente wenig Gehör, sagt Markus Reinwand, Aktienstratege der Landesbank Hessen-Thüringen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beim Dax spreche aus fundamentaler Sicht eigentlich dafür, dass die Verluste übertrieben seien.

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