Dax
Finanzwerte verlieren an Gewicht

Die drastischen Kursverluste der Banktitel könnten sich bald in einem deutlich geringeren Gewicht der Finanzwerte im Deutschen Aktienindex niederschlagen: Der Postbank droht im März der Abstieg aus dem Dax, auch die Commerzbank ist dort nicht mehr sicher.

FRANKFURT. Die drastischen Kursverluste der Banktitel könnten sich bald in einem deutlich geringeren Gewicht der Finanzwerte im Deutschen Aktienindex (Dax) niederschlagen. Nach dem - am vergangenen Freitag ein weiteres Mal angepassten - Regelwerk könnte schon bei der nächsten Indexüberprüfung Anfang März die Postbank ihren Platz in den deutschen Top-30 verlieren. Massiv an Boden verloren hat auch die Commerzbank, auch wenn es nach aktuellem Stand noch für den Klassenerhalt reichen dürfte.

Neue Brisanz hat das Thema der Indexveränderungen durch eine Regelanpassung der Deutschen Börse bekommen, die am Wochenende bekannt wurde. Demnach sind die Kriterien für potenzielle Aufrücker gelockert worden, so dass es weitaus einfacher ist als bisher, für Abstiegsskandidaten einen Nachfolger zu finden. Statt bei Marktkapitalisierung und Börsenumsätzen jeweils mindestens die Plätze 35 auf der Monats-Rangliste einnehmen zu müssen, genügt nun bei den Umsätzen Rang 45, um als Aufstiegskandidat zu gelten. Nach der alten Regel war vielen Kandidaten von vornherein der Aufstieg verwehrt.

Für die nächste Index-Entscheidung am 4. März sind bereits wesentliche Vorentscheidungen gefallen. Nach Berechnungen des Börsenhändlers Steubing droht dem Chip-Hersteller Infineon nach fast neun Jahren Zugehörigkeit der Abschied im Dax. Die Pharma-Holding Fresenius, deren Tochter Fresenius Medical Care (FMC) schon im Dax vertreten ist, gilt als der mit Abstand aussichtsreichste Aufstiegsaspirant.

Neu ist, dass nach aktuellen Analystenberechnungen wohl auch die Postbank nach dann zweieinhalb Jahren ihren Platz im Dax räumen müsste. Aussichtsreichster Nachrücker ist der Bochumer Technologiekonzern Gea, der nach dem alten Regelwerk nicht zum Zug gekommen wäre. Nach den Berechnungen von Christian Stocker von Unicredit in München steht die Gea-Aktie aktuell auf Rang 32 bei Marktwert und auf Platz 38 bei den Börsenumsätzen. "Gea ist eindeutig der Profiteur der neuen Regel", sagt Stocker. Auch wenn der Vergleich etwas hinkt: Mit der Gea wäre zumindest ein Teil der alten Metallgesellschaft wieder im Dax vertreten, die im Jahr 1996 diesen Platz verloren hatte.

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