Dax nähert sich Allzeithoch
Mit Riesenschritten zum Rekord

Deutsche Aktien sind wieder gefragt: Bei jedem Kursrückgang steigen neue Anleger ein. Wegen stets neuer, überraschender Konjunkturdaten, der anhaltenden Übernahmewelle und eines gesunden Optimismus der Börsianer stehen die Ampeln für den Dax auch weiter auf grün.

FRANKFURT. Rekordmarke in Sicht: Geht das Kursfeuerwerk am deutschen Aktienmarkt so weiter wie in den letzten Wochen, könnte der Deutsche Aktienindex (Dax) bereits diese Woche sein über sieben Jahre altes Allzeithoch von 8 136,16 Punkten erreichen. Nach dem Schlusskurs vom Freitag bei 7 987,85 Zählern fehlen nur noch knapp zwei Prozent zu dieser Marke. Angesichts von rund 21 Prozent Kursgewinn seit Jahresanfang erscheint das wie ein Klacks.

Wegen stets neuer, überraschender Konjunkturdaten, der anhaltenden Übernahmewelle und eines gesunden Optimismus der Börsianer stehen die Ampeln weiter auf grün: „Wenn man die derzeitige Marktdynamik betrachtet, muss man sagen, der Dax knackt sein Allzeithoch eher früher als später“, sagt Trudbert Merkel von der Dekabank. Damit hatten die Profis zum Jahreswechsel wahrlich nicht gerechnet. Ganze 7 027 Punkte hatten Bankstrategen dem Deutschen Aktienindex (Dax) Ende 2006 für die kommenden zwölf Monate vorhergesagt, lediglich zwei Experten trauten ihm zu, im Jahresverlauf die 8 000er-Marke zu berühren.

Kräftigen Auftrieb bekommt der Dax seit der kurzen Korrektur von Ende Februar bis Mitte März sowohl von nationalen als auch von internationalen Investoren. Speziell die deutschen Großinvestoren sind aber noch viel zu wenig am Aktienmarkt investiert. „Viele haben noch recht hohe Kassepositionen und warten auf niedrige Kurse, um einzusteigen“, sagt Christoph Niesel, Fondsmanager bei Union Invest.

Dessen internationale Kollegen sehen den deutschen Aktienmarkt noch immer trotz der bereits über vier Jahre anhaltenden Kursrally als einen der chancenreichsten Märkten unter den weltweiten Top-Börsen. Speziell die Amerikaner überschlagen sich mit Lobeshymnen. Von Goldman Sachs über Morgan Stanley, Lehman Brothers, Citigroup bis zur Bank of America kommen die Empfehlungen. „Das Beste kommt erst noch“, meint Holger Schmieding, Chef-Volkswirt für Europa bei der Bank of America. Die positiven Entwicklungen in Deutschland seien inzwischen wahrhaft jedem bekannt.

Den Vergleich zum Allzeithoch vor sieben Jahren mit all den damals einher gehenden Übertreibungen lassen Börsianer nicht zu. Anders als damals sei der Kursanstieg jetzt gut untermauert, heißt es unisono. Das macht eine Zahl besonders deutlich: Die aktuelle Bewertung anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) ist auf dem aktuellen Niveau zwischen 13 und 14 nahezu halb so hoch wie zu Zeiten der Jahrtausendwende. Oder andersherum ausgedrückt: Von einer Übertreibung wie damals könnte man jetzt erst sprechen, wenn der Dax bei 16 000 Punkten stände. „Angesichts der Gewinndynamik der Unternehmen und der moderaten Bewertungen ist auch Raum für deutlich mehr“, sagt Fondsmanager Niesel.

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