Dax-Zeiten sind zu Ende
Druck auf Hypo-Vereinsbank-Aktie steigt weiter

Die noch verbliebenen freien Aktionäre der Hypo-Vereinsbank (HVB) müssen sich nach Einschätzung von Experten auf deutlich fallende Kurse in den kommenden Wochen einstellen. Index-Fonds, die den Deutschen Aktienindex (Dax) nachbilden, dürften nach Ablauf des Übernahmeangebotes der italienischen Unicredito das Gros der Kleinaktionäre stellen.

FRANKFURT. Sie müssen aber nun beim als sicher geltenden Abstieg der Bank aus dem Dax am 19. Dezember ihre Anteile verkaufen, was ein massives Überangebot am Markt zur Folge hat. Ihr Problem: Da ihre Portfolios dem Dax bis in die Feinheiten gleichen müssen, konnten sie das Umtauschangebot der Italiener nicht wahrnehmen. Die halten aber mittlerweile knapp 94 Prozent, so dass Experten fest mit einem HVB-Abstieg aus dem Dax rechnen, was der HVB-Aktie in den letzten Tagen bereits einen Kursverlust von mehr als sechs Prozent bescherte. Dieser Trend dürfte sich weiter verschärfen.

Stephan Appelhans, Indexspezialist bei Dresdner Kleinwort Wasserstein, rechnet damit, dass mit bis zu 45 Mill. Aktien die Mehrheit der noch frei handelbaren HVB-Titel bei den indexgebundenen Fonds liegen. „Das entspricht dem 15-fachen eines normalen Tagesumsatzes in der HVB-Aktie und dürfte kurz vor dem Dax-Abstieg auf dem Markt kommen“, schätzt Appelhans. „Völlig offen ist, wer die Aktien tatsächlich kauft.“ Experten rechnen damit, dass vor allem solche Investoren zugreifen werden, die auf ein verbessertes Angebot der Unicredito in der Zukunft spekulieren.

Allerdings dürfte diese Gruppe zu klein sein, um das gesamte auf den Markt kommende Angebot zu übernehmen. Andere spekulieren, Unicredito könnte selbst zugreifen und einige Aktien kaufen. Schließlich fehlt ihr nur noch rund ein Prozent der HVB-Titel, um über die wichtige 95-Prozent-Schwelle zu kommen. Die würde es der Bank erlauben, die restlichen Aktionäre irgendwann einmal per Zwangsabfindung (Squeeze-Out) aus dem Unternehmen zu drängen und die HVB ganz von der Börse zu nehmen. Auch wenn die Italiener dies für die nächsten drei Jahre ausgeschlossen haben, rechnen viele Experten früher oder später mit diesem Schritt. „Ein Delisting der HVB würde der Unicredito helfen, Kosten zu sparen. Daher muss man fast damit rechnen, dass das irgendwann kommt“, sagte ein auf Squeeze-Out-Spekulationen spezialisierter Fondsmanager.

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