Der Konkurrent Chicago Board of Trade vertraut auf die eigenen Stärken
Eurex tut sich in den USA schwer

Die sehr geringen Umsätze der Eurex US lassen noch keine Schlussfolgerung in der Frage zu, ob der Start der Eurex-Tochter als Erfolg oder Misserfolg zu werten ist. Darin waren sich die Eurex und die US-Konkurrenten gestern auf der Jahrestagung der FIA, der Standesorganisation der US-Derivatebranche, in Boca Raton einig.

BOCA RATON. Doch die Zahlen sprechen für sich. Bernard Dan, Präsident des größten Eurex-Konkurrenten Chicago Board of Trade (CBOT), zeigt die Verhältnisse auf: „Am CBOT werden mehr als 99 % der Futures auf US-Staatsanleihen gehandelt.“ Die Eurex US versucht, seit dem 8. Februar mit dem Handel von Futures- und Optionskontrakten auf US-Staatsanleihen in die Domäne des CBOT einzubrechen. Einen Grund für die zuletzt stark gestiegenen Umsätze in Futures auf US-Staatsanleihen am CBOT sieht Dan unter anderem im seit Jahresbeginn eingesetzten elektronischen Handelssystem „eCBOT“, das von Euronext-Liffe entwickelt wurde. Dieses elektronische System weise im Vergleich zum Eurex-System deutliche Vorteile auf, sagte er.

Der zweite Grund für den Umsatzsprung des CBOT sieht Dan in der mit dem Konkurrenten Chicago Mercantile Exchange (CME) vereinbarten Clearing-Verbindung. Durch die hierdurch erreichte Aufrechnung von an beiden Börsen bestehenden Positionen sei es möglich geworden, die Clearing-Verbindlichkeiten (Hinterlegung von Kapital für bestehende Futurespositionen) um 1,7 Mrd. $ zu senken. „Dieses Geld haben unsere Mitglieder dazu genutzt, neue Positionen einzugehen und uns Umsatzrekorde zu bescheren“, sagt Dan. Im Februar hat das CBOT ihre Umsätze um 36,8 % auf das Rekordniveau von 43,8 Mill. Kontrakte gesteigert.

An der Eurex gibt man sich ungeachtet der anfangs geringen Umsätze der US-Tochter gelassen. Eurex-Vorstandschef Rudolf Ferscha hatte bereits Anfang Februar davor gewarnt, zu große zeitliche Erwartungen an die Eroberung von Marktanteilen zu knüpfen. Ferscha ist jedoch nach wie vor von den Vorteilen des Eurex-Geschäftsmodells überzeugt, mit dem allen Marktteilnehmern die gleichen Zugangs-Voraussetzungen geboten werden. Mit einem für die nächsten fünf Jahre festgeschriebenen Minimumpreis pro Futureskontrakt auf US-Staatsanleihen von 0,25 $ fühle man sich gut aufgestellt. „Wir werden sehen, ob die von der Konkurrenz nach dem Eurex-Auftritt am US-Markt beschlossenen kräftigen Kostensenkungen auf Dauer zur Kostenstruktur der Börse passen“, zweifelt Ferscha am Durchhaltevermögen des CBOT. Das CBOT hatte kurz vor dem Start von Eurex US seine Gebühren für den Handel in US-Staatsanleihen deutlich gesenkt.

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