Der Optimist
Die Weltwirtschaft hat die beste Zeit vor sich

Die Aktienmärkte verloren innerhalb einer Woche 2,5 Billionen Dollar an Wert - und viele Investoren und Politiker offenbar den Verstand. Ein Plädoyer für Zuversicht.
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DüsseldorfIn der Idiotie des modernen Börsenkapitalismus verdichten sich Flüchtigkeiten und Befürchtungen aller Art zu einer Wirklichkeit neuen Typs. Doch das rote Flackerlicht, das von den Handelsplätzen in New York, London und Frankfurt zu uns herüberleuchtet, ist ein Irrlicht. Die Weltwirtschaft steht nicht am Abgrund, sondern hat - trotz aller Probleme in Amerika und bei uns - die beste Zeit erst noch vor sich. Sechs gute Gründe zur Zuversicht.

1. Die Weltwirtschaft wächst.

Mit der Globalisierung ist die Welt in ein Zeitalter großer Wachstumsschübe eingetreten. In absoluten Zahlen ist der weltweite Ausstoß an Gütern und Dienstleistungen in den zehn Jahren seit 2000 doppelt so stark gewachsen wie in der Dekade zuvor. Die Direktinvestitionen in neue Fabriken erreichten 2010 fast das Vor-Lehman-Niveau. Trotz schwächelnder Konjunktur rechnet der Internationale Währungsfonds mit einem globalen Wachstum von 4,4 Prozent für 2011. Hauptprofiteur werden die Aktiengesellschaften sein, die von der Angstbörse dieser Tage nach unten geprügelt wurden.

2. Die Ungleichgewichte schwinden.

Der relative Abstieg der USA wird begleitet vom märchenhaften Aufstieg der Länder, die wir früher die Dritte Welt nannten. Unter den zwölf größten Wirtschaftsmächten befinden sich mit China, Indien und Russland drei, die im 20. Jahrhundert noch mit Hungersnöten und Massenarmut kämpften. Der Aufstieg immer neuer Nationen treibt das Wachstum aller Nationen - insbesondere jener Firmen, die sich auf das Geschäft mit Export und Import verstehen.

3. Corporate America ist stark.

Nach Jahrzehnten der Niedrigsteuerpolitik und der extensiven Kriegsführung im Irak, in Afghanistan und Pakistan steht der US-Staat schwächlich da. Corporate America aber, der Unternehmenssektor, zeigt sich stabil. Die Gewinne übertreffen - trotz Staatsschuldenkrise - einmal mehr die der Euro-Zone. Ausländische Investoren pumpten im Jahr 2010 rund 228 Milliarden Dollar in die USA - mehr als doppelt so viel wie nach China. Auch die Innovationskraft Amerikas ist ungebrochen. US-Technologieriesen wie Google, Microsoft, Apple und Facebook definieren die Standards der Internetgesellschaft.

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Kommentare zu " Der Optimist: Die Weltwirtschaft hat die beste Zeit vor sich"

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  • Also ich habe noch in der Schule gelernt, daß der Konsum von LSD schlimme Folgen haben kann. Scheint sich zu bestätigen

  • Ach Gott, Herr Steingart: Nichts gegen Ihren professionell vorgetragenen Optimismus, aber hier wird doch etwas zu blauäugig schöngeredet, oder? Besonders Ihre Ausführungen in Ziffer 5 sind von einer geradezu rührenden Naivität, die einem Chef-Redakteur einer namhaften Wirtschaftszeitung allerdings eher nicht so gut steht. Nach allen bisherigen Erfahrungen mit Prophezeihungen zum Euro und zur EU finde ich Ihre Prämissen geradezu lächerlich: Verstärkte politiche Integration? Es driftet ja wohl eher auseinander, und der Spaltpilz ist der von Ihnen fast sektenhaft verehrte Euro. Und die Transferunion, die, natürlich in "ökonomisch vertretbaren Grenzen", Wachstum schafft und Wohlstand für alle mehrt? Welche Droge muss man rauchen, um sich derartigen Tagträumen hinzugeben und: Gibt es die auch auf Krankenschein? Die Transfer-Union ist zunächst mal ein Bruch aller Versprechungen und Verträge und sie widerspricht ewindeutig dem politischen Willen der Mehrheit, zumindest in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern Europas. Und wer wirklich glaubt, er könne den europäischen Traum auf der Basis von Lug und Betrug verwirklichen, ist schlicht ein politischer Brandstifter. Dieser Transfer übersteigt bereits jetzt jedes vernünftige Maß und wird daher unseren Wohlstand vernichten, und zwar in großem Stil - spätestens bei Italien und Spanien ist der Ofen aus - wetten?! Lieber Herr Steingart: Wer immer noch die Gebetsmühle von der "Erfolgsgeschichte" des Euro dreht, ist entweder ein politischer Ignorant oder aber ein übler Demagoge, der die Regeln der Demokratie missachtet und den Bürgern ein bürokratisches Monster aufzwingen will, für das es nicht den Hauch einer Mehrheit gibt! Sorry, aber das musste mal gesagt werden.

  • Traurig, auch das Handelsblatt ist durch und durch korrupt und gleichgeschaltet wie auch die öffentlichen Rundfunkanstalten und die Presse. Es darf nicht gesagt werden, was Wirklichkeit ist, und das nun schon seit vielen Monaten...Freiheit und Demokratie ade, es wird Zeit meine Auswanderung voranzutreiben...

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