Der Preis für eine Tonne Kohlendioxid hat sich verdoppelt – Auch die Anleger erwärmen sich immer stärker für die „Carbon Economy“
Emissionshandel weckt an der Börse Phantasie

Der noch junge Emissionshandel für Kohlendioxid (CO2)wird auch für Kapitalanleger interessanter. Die marktwirtschaftliche Variante zur Reduzierung umweltschädlicher Treibhausgas-Emissionen hat zwar einen verhaltenen Start erlebt. Ungeachtet der allgemeinen Skepsis, ist dieser Markt aber durchaus reizvoll.

FRANKFURT/M. Sowohl die Entwicklung der Preise, als auch die Aktivitäten von Börsen und Unternehmen zeigen, dass die Anleger nicht mehr an diesem politisch bestimmten Markt vorbeikommen. Experten wissen aus Erfahrung, dass jene Anleger das meiste Geld machen, die bei neuen Entwicklungen von der ersten Stunde an dabei sind und den so genannten „First Mover Advantage“ nutzen.

Die erste Chance für den großen Reibach haben die Anleger allerdings verpasst. Die Preise für Kohlendioxid-Emissionsrechte haben sich seit Anfang 2005 mehr als verdoppelt. Für Ausstoßrechte im Jahr 2005 wird heute ein Preis von 14,95 Euro je Tonne gezahlt, nach 6,70 Euro zu Beginn des Jahres. Wer zu Anfang 2005 eingestiegen ist, hat sein Geld bis heute also mehr als verdoppelt.

Interessierte Privatpersonen können bei der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHST) in Berlin im Emissionshandelsregister die Eröffnung eines Personenkontos beantragen. „Bisher wurden rund 50 Personenkonten eröffnet“, sagt eine DEHST-Sprecherin gegenüber dem Handelsblatt. Interessenten seien jedoch überwiegend Berater und Börsenmakler und nur einige wenige Kapitalanleger. Die Kosten für die Einrichtung eines Kontos liegen für einen Zeitraum von drei Jahren bei 200 Euro.

Doch nicht über eine direkte Beteiligung bietet der CO2-Emissionshandel Chancen. Zwei auf diesem Gebiet tätige Unternehmen denken derzeit über den Gang an die Londoner Börse nach. So hat die irische AgCert eine Emission im Volumen von 100 Mill. Euro angekündigt. Das Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, die der Agrarwirtschaft die Reduktion von Treibhausgasen ermöglicht. Zudem hat die britische Fondsgesellschaft Trading Emissions ihre Aktien Ende April im Londoner Zweitsegment AIM listen lassen. Man wolle Anlegern Zugang zur neuen Anlageklasse CO2-Emissionsrechte verschaffen, sagt Chairman Neil Eckert.

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