Deutsche Aktien im internationalen Vergleich begehrt: Was den Dax so besonders macht

Deutsche Aktien im internationalen Vergleich begehrt
Was den Dax so besonders macht

DÜSSELDORF. Deutsche Aktien sind begehrter als Anteilsscheine in den USA und Rest-Europa. In weniger als vier Jahren hat sich der Deutsche Aktienindex (Dax) mehr als verdreifacht. Das ist einmalig in den etablierten Industrienationen. Dafür gibt es viele Gründe:

Nachholbedarf:
Während der großen Talfahrt bis Frühjahr 2003 hatte der Dax drei Viertel seines Wertes eingebüßt, mehr als alle anderen großen Indizes. Grund dafür ist der hohe Anteil an Technologiewerten, die nach der geplatzten Internetblase besonders litten, und ein selbst verstärkender Trend. Je länger die Baisse währte, desto mehr Anleger spekulierten auf weiter fallende Kurse. Dafür bot sich der Dax mit seiner hohen Liquidität gut an. Umgekehrt erholte sich der Dax anschließend stärker, weil sich die Wette auf steigende Kurse lohnte.

Zusammensetzung:
Aktien traditioneller Unternehmen wie Continental, Adidas, RWE und MAN tragen die Börsenrally ganz besonders. Die Firmengewinne der im Dax so zahlreich vertretenen exportorientierten Industrie-Unternehmen profitieren außerordentlich vom Boom der Weltwirtschaft. Hingegen hinken weltweit Öl-und Gaskonzerne hinterher, weil der Rohstoffpreis seit vergangenem Sommer ein Drittel seines Wertes verlor. Das schmälert künftige Gewinne. Dieser Bremseffekt geht am Dax vorbei, weil es hier diese Branche nicht gibt.

Erträge:
Nach dem schweren Einbruch im Jahr 2001 stiegen die Konzerngewinne der Dax-Unternehmen stärker als in Rest-Europa und den USA. Die Ausgangsbasis war einfach viel niedriger. Das macht die Aktien preiswert und deshalb attraktiv.

Ausländer:
Während sich heimische Anleger von der Börse zurückziehen, investieren Ausländer massiv. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank flossen im vergangenen Jahr netto 28,9 Mrd. Euro in den deutschen Markt. 2005 waren es sogar 40 Mrd. Euro – nach Abzug aller Verkäufe. Das entspricht dem Börsenwert von Schwergewichten wie BASF und Münchener Rück. Ausländische Anleger wittern zweierlei: Wie kein anderes Land profitiert Deutschland von der EU-Erweiterung und den aufstrebenden neuen Märkten, wo sich viel absetzen und gleichzeitig preiswerter produzieren lässt. Darüber hinaus hinken deutsche Konzerne in der Profitabilität der Konkurrenz noch hinterher. Pro 100 Euro Umsatz bleiben hierzulande durchschnittlich nur 5,50 Euro hängen. Weltweit sind doppelt so hohe Margen Standard. Das größere Potenzial lockt Investoren an.

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