Deutsche Banken erwarten wenig Geschäft
Eurex-Späthandel trifft auf Skepsis

Die Verlängerung der Handelszeiten an der weltgrößten Terminbörse Eurex bis 22 Uhr deutscher Zeit stößt bei vielen Banken in Deutschland auf wenig Begeisterung. Sie erwarten nicht viel Geschäft in den späten Handelsstunden, müssen aber trotzdem Personal dafür vorhalten.

FRANKFURT. An der Eurex, die der Deutschen und der Schweizer Börse gehört, werden seit dieser Woche Terminkontrakte auf Anleihen wie den Bund-Future und auf Aktien sowie Aktienoptionen bis 22.00 Uhr gehandelt. Zuvor endete der Handel um 19 beziehungsweise 20 Uhr. Mit der Verlängerung will die Eurex das Handelsgeschehen in den USA länger abdecken. Sie versucht dadurch, ihr wenig erfolgreiches US-Geschäft in Gang zu bringen.

„Unsere Kunden haben nicht nach einer Verlängerung des Handels gerufen, aber natürlich müssen wir als Bank jetzt unsere Dienstleistungen im Handel und im Back-Office länger anbieten“, sagt Fokke-Tann Paradies, Leiter des Kapitalmarktgeschäfts der WGZ Bank. Das bedeute für sein Haus Mehrkosten von mehreren hunderttausend Euro pro Jahr. Ob sich die Zusatzkosten durch entsprechende Kundenaufträge am späten Abend rechneten, hält Paradies für zweifelhaft. „Früher oder später wird es um den verlängerten Handel noch große Diskussionen geben.“ Bei der Hypo-Vereinsbank klingt das ähnlich: „Man muss erst mal sehen, ob die Kunden das überhaupt annehmen und ob sich der Mehraufwand für uns als Bank lohnt“, sagt ein Sprecher. Gefahren sehen Banker auch darin, dass es bei geringeren Umsätzen im späten Handel leichter zu stärkeren Kursausschlägen kommen kann. Das könnte dann zu automatischen Verkäufen bei so genannten Stopp-Loss-Orders führen. Dies sei aber wohl nicht im Sinne der Kunden. Die bisherigen Zeiten reichten völlig aus, und die Umsätze brächen schon jetzt um 17.00 Uhr meist deutlich ein.

Die Commerzbank zeigte sich abwartend und will zunächst keine Kapazitäten am Abend vorhalten. „Wir wollen weder unsere Händler mit Nichtstun frustrieren noch Kundenwünsche nicht befriedigen. Es entscheidet also der Kunde, wie wir uns künftig verhalten“, sagte ein Sprecher.

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