Deutsche Börse passt sich anderen europäischen Börsen an
Neue Handelszeiten sind für Privatanleger interessant

Mit dem elektronischen Xetra-System kann ab November nur noch bis 17.30 Uhr gehandelt werden. Nach Ansicht von Experten bietet der länger geöffnete Parkethandel nun Chancen für den Privatanleger.

HB FRANKFURT. Sie könnten auf aktuelle Ereignisse in den USA oder weltweit reagieren, müssen dabei aber ein hohes Schwankungsrisiko einkalkulieren. Für die Anlageprofis der Banken und Fondsgesellschaften hingegen ist nach Händlerangaben der Markt an der Deutschen Börse nach 17.30 Uhr nicht mehr liquide genug.

„Nach Arbeitsschluss kann der Kleinanleger im Internet demnächst wohl noch recht gut kleine Stückzahlen handeln“, sagte ein Händler in München. Wer aber beispielsweise zwei Millionen Aktien eines Unternehmens kaufen oder verkaufen wolle, werde vor 17.30 Uhr handeln. „Im Abendhandel sind für Institutionelle die Umsätze zu gering, so dass sich bei einem Auftrag dieser Größenordnung die Preise zu sehr verzerren könnten“, sagte der Händler.

Stark ändern können sich die Aktienpreise nach der künftig von 20 vorgezogenen Schlussauktion auf Xetra-Basis aber durchaus noch. „Es ist gut möglich, dass die Aktie des Autobauers VW auf Xetra etwa bei 45 Euro schließt, an der Präsenzbörse weiter gehandelt wird und um ein bis zwei Euro zulegt oder verliert. Ob allerdings die Anleger auf Xetra am nächsten Morgen diesem Trend folgen werden, ist nicht gesagt“, sagte der Aktienstratege Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg.

Der Schlusskurs auf dem Parkett sei nur eine mögliche Indikation für die Eröffnung auf Xetra am nächsten Tag. „Auch von den US-Börsen werden Richtungstendenzen angegeben, die möglicherweise von größerer Bedeutung für die Anleger sind“, sagt er. Zudem seien die Handelsumsätze nach 17.30 Uhr schon jetzt sehr niedrig und würden womöglich nach dem 3. November noch stärker zurückgehen. Einer der Gründe dafür sei, dass der Handel über Parkett teurer ist als der über Xetra, wo längst auch kleine Stückzahlen gehandelt werden können.

Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten „Feierabend“-Anleger darauf achten, dass die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs der jeweiligen Aktie nicht zu groß ist. „Außerdem empfiehlt es sich, auf die gehandelten Stückzahlen zu schauen und in jedem Fall ein Limit zu setzen“, rät der Münchener Händler.

Lesen Sie weiter auf Seite 2 - Unterschiedliche Schlusskurse für ein und dieselbe Aktie

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