Deutsche Börse
Schering-Aktie verliert an Gewicht im Dax

Der Übernahmepoker um den Berliner Pharmakonzern Schering schlägt sich auch in dessen Dax-Gewicht nieder. Eon bleibt schwerster Wert im deutschen Leitindex.

scc FRANKFURT. Der Übernahmepoker um den Berliner Pharmakonzern Schering schlägt sich auch in dessen Dax-Gewicht nieder. Ab dem kommenden Montag wird die Aktie rund die Hälfte ihres bisherigen Anteils dort verlieren. Statt bei 2,61 Prozent liegt das Gewicht dann nur noch bei 1,35 Prozent. Das geht aus der vorläufigen Szenario-Rechnung hervor, die die Deutsche Börse am Mittwoch vorgelegt hat. Die endgültigen Zahlen veröffentlicht der Börsenbetreiber am Samstag auf seiner Internetseite (www.deutsche-boerse.com).

Das Gewicht innerhalb der Indizes berechnet die Deutsche Börse in jedem Quartal neu. Vor allem die Verantwortlichen der so genannten passiv gemanagten Fonds orientieren sich stark an diesen Listen. Diese wegen der günstigen Konditionen bei Anlegern immer beliebteren Fonds bilden den Dax exakt nach dem aktuellen Gewicht seiner Einzelwerte ab. Gewöhnlich gilt: Titel, die an Gewicht zulegen, werden gekauft, womit tendenziell auch deren Aktienkurs steigt. Umgekehrt verlieren diejenigen an Wert, die künftig weniger Indexgewicht auf die Waage bringen.

Bei Schering zeichnet sich nun ab, dass der Anteil der frei handelbaren Aktien durch die Zukäufe der Kontrahenten Bayer und Merck stark geschrumpft ist. Daneben verliert auch der Versorger Eon an Gewicht, bleibt aber nach wie vor schwerster Dax-Titel mit einem Anteil von 10,32 Prozent, gefolgt von Siemens (9,32 Prozent), der Allianz (8,24 Prozent), der Deutschen Bank (7,74 Prozent) und Daimler Chrysler (6,36 Prozent). Die kleinsten Werte im Dax sind weiterhin Altana (0,56 Prozent), Tui (0,62 Prozent) und Linde (0,88 Prozent). An Gewicht gewonnen haben zuletzt vor allem die Deutsche Telekom, Infineon, Siemens und SAP.

Neben den veränderten Gewichten kommt es ab Montag zu einer Reihe von Veränderungen in den Indizes unterhalb des Dax. Im für die mittelgroßen Werte maßgeblichen Index MDax ersetzt Wacker Chemie den Fondsbetreiber MPC. Wacker war die bisher größte Neuemission am deutschen Aktienmarkt in diesem Jahr. MPC fällt in den darunter angesiedelten SDax zurück.

Auch in diesen Index kommen mit Patrizia Immobilien und DIC Asset zwei Neulinge. Daneben kommt mit KWS Saat ein alter Bekannter in den SDax. Ihre Plätze in dem Index räumen müssen Beate Uhse, DIS Deutsche Industrieservices, WCM Beteiligungen und Zapf Creation.

In den Technologieindex TecDax kam bereits Anfang Juni Bewegung, als das bis dato alles überragende Schwergewicht T-Online seinen Platz nach der Übernahme durch die Mutter Deutsche Telekom räumen musste. Dafür ist der Windkraft-Spezialist Nordex nachgerückt. Durch den Abgang von T-Online haben viele andere Werte im TecDax in den vergangenen Wochen außerdem enorm an Gewicht gewonnen.

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