Deutschland-Chef Krenz hat mehrere Börsenkandidaten im Bestand
Permira sammelt Milliarden für Beteiligungen in Europa ein

Die Beteiligungsgesellschaft Permira sieht wieder gute Chancen, einige ihrer Investments an die Börse zu bringen. „IPOs können wir uns mittlerweile wieder vorstellen. In Europa dürften es in den nächsten Jahren aus unserem Portfolio rund sechs bis sieben sein, für den deutschen Markt sind zwei bis drei denkbar", sagt Deutschland-Geschäftsführer Thomas Krenz im Gespräch mit dem Handelsblatt.

FRANKFURT/M. Kandidaten seien der Chemiekonzern Cognis, der Textil-Discounter Takko und der Kfz-Zulieferer Kiekert. Jedoch müssten dafür neben dem Börsenklima auch die Branchenkonjunktur und die Unternehmenszahlen stimmen. Takko sei beispielsweise mit seinen 800 Filialen vom Umsatzvolumen her börsenfähig, momentan seien Einzelhandelswerte aber nicht sehr gefragt.

Die aus der britischen Traditionsbank Schroders plc hervorgegangene Gesellschaft hält auch die Übernahme von Dax-Unternehmen durch mehrere Finanzinvestoren für machbar: „Ein kleinerer Dax-Wert ist durchaus in Reichweite der Private Equity-Fonds“, sagt Krenz. Wenn sich von den großen Beteiligungsfonds (siehe Tabelle) drei oder vier zusammenfänden, käme Eigenkapital von rund zwei bis 2,5 Mrd. Euro zusammen. Ergänzt um Kredite und andere Finanzierunsgbausteine könnten laut Krenz dann Transaktionen in der Größenordnung zwischen acht und neun Mrd. Euro möglich sein.

Permira ist derzeit mit dem bisher größten Buyout-Fonds in Europa unterwegs. Gestern wurde nach Finanzierungszusagen über knapp 5,1 Mrd. Euro nach nur sechs Monaten das „Final Closing“ für den Fonds „Permira Europe III“ bekannt gegeben, der um rund zehn Prozent überzeichnet war. Dabei wurden laut Krenz verstärkt neue institutionelle Geldgeber ins Boot geholt. „Es ist die erklärte Strategie von Permira, die Investorenbasis für unsere Beteiligungsfonds zu verbreitern. Früher haben wir uns sehr auf amerikanische Pensionskassen konzentriert, heute sprechen wir vermehrt auch andere Adressen an.“ Dazu zählten Banken, die über Dachfonds-Programme investierten und auch reiche Familienstämme, für die Private Equity schon lange „salonfähig“ geworden sei. Der Erfolg von Permira ist aber wegen der guten Bilanz der Gesellschaft – seit 1990 warfen die Beteiligungen im Schnitt eine Rendite von 36 % ab – derzeit eine Ausnahme im Markt. Viele andere Fonds, etwa Terra Firma unter dem früher legendären Manager Guy Hands, blieben hinter den selbst gesteckten Zielen zurück. Auch sind die großen Megafonds in der Branche nicht unumstritten, weil sie sich selbst unter Anlagedruck setzen. Permira will beispielsweise seine frischen Milliarden in den nächsten fünf Jahren unterbringen. Krenz und sein Team prüfen pro Jahr rund 40 bis 50 Deals „ernsthaft“, daraus resultieren dann ein bis drei Transaktionen.

Stark interessiert ist die Branche derzeit an Dynamit Nobel, jedoch ging bei den in Frage kommenden Finanzinvestoren bisher noch keine offizielle Anfrage ein. Tui gilt ebenfalls als nicht unattraktiv, hier stört einige Private Equity-Manager aber die Höhe der Bürgschaften für Schiffe und Flugzeuge.

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