Devisenmarkt
Dollar-Absturz nährt Spekulation über Notenbank-Eingriff

Die ungebremste Talfahrt des Dollar nährt wieder Spekulationen über einen bevorstehenden Eingriff der großen Notenbanken am Devisenmarkt. Doch die Erfolgsaussichten einer Intervention am Devisenmarkt gelten unter Fachleuten als umstritten.

HB BERLIN. Der Euro erreichte am Montag zur US-Währung mit 1,5904 Dollar ein Rekordhoch und zeigte im Handel erhebliche Kursschwankungen. Im Vergleich zum japanischen Yen fiel der Dollar auf den tiefsten Stand seit 13 Jahren.

Großbanken wie die amerikanische Citigroup oder die schweizerische UBS sehen die Wahrscheinlichkeit für eine Devisenmarkt-Intervention steigen. Ein Fondsmanager der japanischen Daiwa SB Investment sagte: „Die Zeit ist reif für eine koordinierte Intervention durch die zuständigen Stellen in den USA, Europa und Japan.“

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht dafür allerdings noch keinen Bedarf, wie IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in Paris betonte. Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ sich wie gewohnt nicht in die Karten gucken. Über Interventionen werde nie vorher, sondern immer erst danach geredet, sagte Ratsmitglied Klaus Liebscher.

Die Erfolgsaussichten eines Eingriffs am Devisenmarkt gelten unter Fachleuten ohnehin als umstritten. Und ohne eine Beteiligung der amerikanischen Fed könnte der Dollar auch nicht den nötigen Rückenwind erhalten. Doch genau an der Bereitschaft der mächtigsten Notenbank der Welt zweifeln manche Experten.

„Die USA brauchen einen schwachen Dollar, warum sollten die dabei mitmachen?“, sagte etwa Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer zu Reuters. „Der Konsens der Zentralbanken diesseits und jenseits des Atlantiks ist nicht da.“

Der vor einer Rezession stehenden weltgrößten Volkswirtschaft komme der schwache Dollar schließlich gelegen, weil er amerikanische Waren in Übersee verbilligt und damit das Exportgeschäft ankurbelt. Zugleich erschwert er ausländischen Anbietern das Geschäft in den USA.

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