Dietmar Hopp im Interview
„Ich mache das nicht aus Geldgier“

Was fängt ein Milliardär mit seinem Geld an? Dietmar Hopp steckt Millionen in einen Fußballklub. Aber nicht nur das. Im Interview spricht der SAP-Gründer über Reichtum, Verantwortung und Steuerflüchtlinge.
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Dietmar Hopp, 74, hätte eine schöne Pension bekommen. Er hätte ein ruhiges Leben als Rentner haben können, wäre Mitglied im Golfclub, vermutlich auch im örtlichen Fußballverein. Doch es kam anders. Hopp entschied sich für das Risiko. Er kündigte seinen Job als Systemberater bei IBM, gründete 1972 gemeinsam mit vier Kollegen die Firma Systemanalyse und Programmentwicklung, heute besser bekannt als SAP.

Es sollte die erfolgreichste deutsche Unternehmensgründung der Nachkriegszeit werden. Hopp wurde wie die anderen Gründer zum Milliardär. Eines seiner Hobbies ist die TSG 1899 Hoffenheim, der Fußballklub seiner Jugend. Mit seiner Hilfe ist der Verein von der Kreisliga bis in die Bundesliga aufgestiegen. Wir treffen Dietmar Hopp im Golfclub St. Leon-Rot wo er der Eigentümer ist.

Herr Hopp, Sie sind einer der reichsten Männer in Deutschland. Welche Bedeutung hat Geld für Sie?

Es gibt ein beruhigendes Gefühl, eine Zeit lang macht es auch stolz. Aber das vergeht. Irgendwann nehmen Sie das nicht mehr so wahr.

Sie haben Ihr Vermögen aus eigener Kraft aufgebaut. Würden Sie sagen, dass jeder reich werden kann, wenn er sich nur genug anstrengt?
Ich bin wohl eher die Ausnahme. Es müssen mehrere Dinge zusammenkommen: eine gute Idee, Mut zum Risiko – und natürlich Glück. Damals als wir SAP gegründet haben, war es vermutlich einfacher als heute.

Warum?
Wir haben zehn Jahre gebraucht, um SAP aufzubauen. So viel Zeit bekommen Sie heute nicht mehr.

Hätten sie sich jemals erträumt, dass aus SAP ein Weltmarktführer werden würde?
Daran hätte ich im Traum nicht gedacht. Das wäre vermessen gewesen. Mein Ziel war es auch nicht, möglichst reich zu werden. Ich wollte, dass unsere Idee erfolgreich ist. 

Das hat funktioniert. Wann kam der Zeitpunkt, an dem Sie gedacht haben: Über Geld muss ich mir keine Gedanken mehr machen?
Das war spätestens 1988 mit dem Börsengang von SAP. Danach ist dann der Aktienkurs auch noch sehr schnell gestiegen. 

In den 1990er-Jahren haben Sie eine Stiftung gegründet und dieser einen großen Teil des Vermögens übertragen.
Ich habe so viel Glück gehabt, dass ich an so viel Reichtum gekommen bin. Das habe ich für mich selbst als nicht gerecht empfunden. Du musst einen Gutteil an die Gesellschaft zurückgeben. 

Also ganz im Sinne des Grundgesetzes: Eigentum verpflichtet...
...Reichtum verpflichtet erst recht. 

Kommentare zu " Dietmar Hopp im Interview: „Ich mache das nicht aus Geldgier“"

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  • @Pro-D

    Mag sein. Doch da ist man als Milliardär nicht daran schuld. Millionen Menschen schauen sich die Bundesliga an. Wenn man zusammenrechnet, was man jedes Jahr für Fußball ausgibt, kommt man locker auf einem Milliardenbetrag. Mit dem Geld würde man wahrscheinlich den Mars besiedeln können. Da ist der Herr Hopp ein Tropfen auf dem heißen Stein; ein Fisch, der mitschwimmt.

    Ich finde es auch nicht toll, doch paar Milliarden Menschen weltweit möchten sich lieber Fußball anschauen, und nicht die Sterne erkundigen. So sind die Menschen eben.

  • Und Albert Schweitzer sagte:
    "Das Heil der Welt liegt nicht in anderen Maßnahmen,
    sondern in einer anderen Gesinnung."

  • Nein, darum stirbt auch die englische, spanische Wirtschaft, weil man dort mehr in den Fussball re-investiert, als in die Förderung der wissenschaftlichen Jugend

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