Dow-Jones- Nachhaltigkeitsindex
Deutsche Firmen stärken Öko-Image

Deutsche Unternehmen sind ab 18. September im Kursbarometer Dow Jones Sustainability Index (DJSI World), das neben ökonomischen auch ökologische und soziale Kriterien berücksichtigt, stärker vertreten. Aufsteiger sind Lufthansa (LH), Hochtief, Puma und Tui; Absteiger ist das Pharmahandelsunternehmen Celesio.

BERLIN. Im Europa-Index DSJI Stoxx gibt es fünf deutsche Neuzugänge. Der Handelskonzern Metro fällt aus dem Europa-Index heraus, bleibt aber im Weltindex.

Lufthansa-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber sagte: „Wir zeigen eindrucksvoll, dass wirtschaftlicher Erfolg und eine an Nachhaltigkeit und Umweltschutz orientierte Unternehmenspolitik sich nicht ausschließen, sondern einander bedingen.“ Die Lufthansa war vor einem Jahr zu ihrer Enttäuschung aus dem Index geflogen, überflügelt von Air France KLM. Die LH hatte sich zum Ziel gesetzt, dieses Jahr wieder aufgenommen zu werden, denn eine Notierung gilt als Gütesiegel. In die Bewertung fließen die guten wirtschaftlichen Ergebnisse ebenso ein wie die Flottenmodernisierung: die LH-Flieger benötigten 2005 nur noch 4,4 Liter Kerosin pro Passagier auf 100 Kilometer. Anfang der 90er-Jahre waren es 6,2 Liter. Positiv schlagen sich auch neue Stellen und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf nieder. Der Teilzeitanteil bei der Lufthansa liegt bei 25 Prozent. Auch der Autokonzern Volkswagen, den 2005 Newcomer Daimler-Chrysler herauskickte, hatte sich vorgenommen, „alles zu tun, um wieder hineinzukommen“, wie damals ein Sprecher sagte. Das misslang jedoch. VW bedauerte, den Wiederaufstieg haarscharf verpasst zu haben und will ihn nächstes Jahr schaffen.

Der DJSI ist bei nachhaltigen Investments weltweit tonangebend. Auf ihm basieren inzwischen 4,2 Mrd. Euro verwaltetes Vermögen. Das Investitionsvolumen wuchs im Jahresvergleich um fast ein Drittel. 318 Titel sind im Weltindex, 162 im Europaindex vertreten.

Die Revision zeigt internationale Trends. So nimmt der Wettbewerb um ein gutes Abschneiden bei Nachhaltigkeitsratings zu. „Dadurch legen die Konzerne selbst die Messlatte höher – wir passen Kriterien nur an, um aktuelle Entwicklungen zu reflektieren“, sagte Alexander Barkawi, Direktor der Schweizer SAM Indexes GmbH. Sie erstellt die aus sieben Indizes bestehende Indexfamilie. „Die Unternehmen erkennen zunehmend die große Bedeutung branchenspezifischer Nachhaltigkeitsrisiken und Werttreiber und stellen sich darauf ein.“ Um das widerzuspiegeln, haben branchenspezifische Kriterien dieses Jahr ein Gewicht von 50 Prozent erhalten. Bei Auflage des Indexes 1999 waren es 30 Prozent. Eine enorme Diskrepanz bestehe jedoch hinsichtlich des betrieblichen Risikomanagements, warnte Barkawi. Nur wenige Firmen hätten nach eigenen Angaben Systeme zur Risikoerkennung und -minderung.

Seite 1:

Deutsche Firmen stärken Öko-Image

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%