Dritte Aktie entscheidet
Knappes Rennen um Dax-Aufstieg

Im zwischenzeitlich bereits als gelaufen angesehenen Kampf zwischen der Postbank und dem Pharmakonzern Merck um den Aufstieg in den Deutschen Aktienindex (Dax) könnte es noch einmal eng werden. Zünglein an der Waage könnte nach Analystenberechnungen eine dritte Aktie werden, nämlich die der Salzgitter AG.

FRANKFURT. Noch hat die Postbank die Nase vorne, entscheiden wird die Börse aber erst am 5. September, wenn die Handelsdaten aus dem August vorliegen.

Zum 18. September wird der Platz des Pharmariesen Schering im Dax frei, weil der Konzern vom Konkurrenten Bayer übernommen wurde. Merck und die Postbank konkurrieren um diesen Platz. In den Index kommt, wer nach Marktwert der frei handelbaren Aktien und nach Börsenumsatz vorne liegt und nach beiden Kriterien zu den 35 größten deutschen Firmen gehört. Beim wichtigeren Faktor, dem Marktwert, bringt die Postbank fast eine Mrd. Euro mehr auf die Waage als Merck. Beim Umsatz hingegen liegt die Pharmafirma vorne. Gleichzeitig macht der Stahlhersteller Salzgitter der Postbank in dieser Wertung den entscheidenden Platz 35 streitig. „Das wird ein enges Rennen, im Juli lag die Postbank nur knapp 52 Mill. Euro vor Salzgitter“, sagt Anke Platzek, Analystin bei der Landesbank Rheinland-Pfalz. Nach ihren Daten hat Salzgitter große Teile des Rückstandes bereits aufgeholt.

Die Postbank muss nun hoffen, dass eine erst gerade umgesetzte Erhöhung des Streubesitzes sich bald in den Umsätzen widerspiegelt. Durch die Kündigung einer Wandelanleihe stieg der Anteil frei handelbarer Titel am Postbankkapital von 33,23 auf 49,86 Prozent. Üblicherweise zieht dies auch steigende Börsenumsätze nach sich.

Die Postbank wäre längst im Dax, wäre die Platzierung der Aktien vor gut zwei Jahren nicht so schwierig gewesen. Um die Tochter überhaupt an die Börse zu bringen, hatte der Mutterkonzern damals einen Teil der Papiere in die Wandelanleihe gepackt, statt sie direkt zu platzieren. Wenn die Bank es dieses Mal nicht schafft, wird sie wohl ein weiteres Jahr bis zur nächsten regulären Anpassung warten müssen.

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