Druck auf etablierte Handelsplätze wächst
Deutsche Bank nutzt neuen Konkurrenten der Deutschen Börse

Die Deutsche Bank nutzt neue Wettbewerber der Deutschen Börse und rückt damit sichtbar von ihrem einstigen Ziehkind ab. Der deutsche Branchenprimus hat heute erstmals Aktiengeschäfte auf der außerbörslichen Handelsplattform Chi-X abgewickelt. Branchenbeobachter rechnen damit, dass weitere deutsche Banken auf den Zug aufspringen werden.

FRANKFURT. Chi-X ist eine Tochter der japanischen Bank Nomura und einer Gruppe von Investmentbanken. Außerbörsliche Systeme wie Chi-X werben vor allem mit günstigeren Gebühren für sich. Damit wächst der Druck auf etablierte Börsen, ihrerseits die Gebühren zu senken. Unter anderem wegen des dadurch entstehenden Margendrucks haben die Aktien großer Börsen in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren. Dass die Deutsche Bank auf Chi-X setzt, ist pikant, da der Marktführer lange Zeit eng mit der Deutschen Börse verbunden war. Der langjährige Vorstands- und spätere Aufsichtsratschef der Bank, Rolf Breuer, gilt als einer der Väter der Deutschen Börse in ihrer heutigen Form.

Obwohl Chi-X erst vor einem Jahr in Europa startete, kommt die Handelsplattform nach eigenen Angaben auf einen Anteil von acht Prozent beim Handel von Dax-Aktien – und damit einen höheren Marktanteil als alle deutschen Regionalbörsen zusammen. Gefördert wurde die Entstehung solcher Plattformen durch die EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid, die 2007 die Verpflichtung aufhob, Aktiengeschäfte über eine regulierte Börse abzuwickeln.

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