DSW drängt Firmen zur Übernahme des Corporate Covernance Kodex: Aktionärsschützer wollen bei Hauptversammlungen Druck machen

DSW drängt Firmen zur Übernahme des Corporate Covernance Kodex
Aktionärsschützer wollen bei Hauptversammlungen Druck machen

Die deutschen Leitlinien zur Unternehmensführung (Corporate Governance Kodex) finden bei den hiesigen Aktiengesellschaften nach Angaben der Aktionärsvereinigung DSW bislang wenig Anklang. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will deshalb auf den anstehenden Hauptversammlungen der Unternehmen auf die Einhaltung dieser Leitlinien dringen.

Reuters FRANKFURT. „Allzu groß ist die Fan-Gemeinde des Kodex bei den deutschen Aktiengesellschaften noch nicht“, erläuterte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker am Mittwoch in Frankfurt. Von den im Deutschen Aktienindex (Dax) vertretenen 30 größten Börsenwerten hätten nur Altana , Infineon, Schering und Thyssen-Krupp den unternehmerischen Kodex anerkannt. Bei kommenden Hauptversammlungen sollten sich Unternehmen nun dafür rechtfertigen, wenn sie den Empfehlungen des Kodex' nicht entsprächen.

Der Kodex wurde im vergangenen Jahr von einer Regierungskommission erarbeitet und bündelt „wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften“ sowie „international und national anerkannte Standards guter und verantwortlicher Unternehmensführung“. Von den ausgesprochenen Empfehlungen des Kodex' können die Unternehmen, die ihn angenommen haben, zwar abweichen. Sie müssen diese Abweichungen jedoch offenlegen.

Als problematisch stuft die DSW nach den Worten ihres Geschäftsführers mögliche Interessenkonflikte im Aufsichtsrat der Gesellschaften ein. Dem Kodex zufolge sollten Aufsichtsratsmitglieder ihren Sitz bei dauerhaften Interessenkonflikten niederlegen, sagte DSW-Geschäftsführer Hocker. „Wir sind sehr gespannt, ob in den diesjährigen Berichten die spezielle Situation der in den Aufsichtsräten vertretenen Gewerkschaftsfunktionäre aufgenommen wird“, fügte er hinzu. Die Gewerkschafter hätten auf Grund ihrer Doppelfunktion als Arbeitnehmervertreter und Aufsichtsrat oft „einen klaren Interessenkonflikt“. Zu ihren Aufgaben gehöre nämlich auch die Organisation von Streiks. Streiks wiederum bescherten den Unternehmen häufig Geschäftseinbußen.

Die DSW will zudem darauf dringen, dass die Unternehmen die Bezüge ihrer Vorstandsmitglieder einzeln veröffentlichen und nicht nur als Gesamtsumme ausweisen. Dieser Empfehlung wollten bislang lediglich Altana, Bayer, die Deutsche Bank, die Deutsche Börse und Thyssen-Krupp folgen, sagte Hocker. Die DSW werde die anderen Aktiengesellschaften auffordern, sich an diesen Beispielen zu orientieren. „Die Besitzer des Unternehmens, die Anteilseigner, haben ein Recht auf diese Information.“

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