Dubai-Sorgen
„Die Krise beschäftigt uns nur noch zwei Wochen“

Mit der Bitte um Zahlungsaufschub hat das Emirat Dubai die Finanzmärkte empfindlich getroffen. Ein Übergreifen der Krise auf andere Länder erwartet Eckart Woertz, Chefökonom des Gulf Research Centre in Dubai, aber nicht. Mit dem Handelsblatt sprach er über die Angst vor Dubai und die Folgen für deutsche Unternehmen.
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Herr Woertz, ziehen die Araber nun Gelder aus Daimler oder Porsche ab?

Das trifft eher auf liquides Vermögen zu, nicht auf strategische Beteiligungen wie Daimler oder Porsche. So stammten die 50 Mrd. Dollar, die Saudi-Arabien im Zuge der Finanzkrise zurückholte, aus dem Verkauf von festverzinslichen Wertpapieren.

Wie werden arabische Staatsfonds auf die Dubai-Krise reagieren?

Vermutlich überhaupt nicht. Warum sollten sie? Die Staatsfonds sind überwiegend global investiert, weniger in der Region. Und Dubai-Bonds wurden vor allem von internationalen Investoren gekauft. Abu Dhabis meint wohl, dass diese Anleger das Risiko tragen sollten. Es nimmt offenbar eher den Prestigeverlust für die Vereinigten Arabischen Emirate in Kauf, als gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen. Staatsfonds in Saudi Arabien, Kuwait oder Katar haben noch weniger Anlass als Abu Dhabi, einer staatlichen Gesellschaft in Dubai unter die Arme zu greifen.

Werden die Staatsfonds ihre Anlage-Strategie neu justieren?

Sie sind bereits risikoscheuer. Nicht wegen Dubai, sondern wegen der globalen Finanzkrise, die ihnen massive Verluste beschert hat.

Schwappt die Krise nach Abu Dhabi, Saudi-Arabien oder Katar über?

Nein. Die wirtschaftliche Struktur dieser Länder ist völlig anders. Sie verfügen über substanzielle Öl- oder Gaseinnahmen sowie Auslandsguthaben. Das Dubai-Modell von schuldenfinanziertem Wachstum und Immobilienspekulation war schon recht einzigartig.

Sind deutsche Unternehmen in der Region negativ betroffen?

Der eine oder andere Zulieferer mag auf offenen Rechnungen sitzen bleiben. Aber im Großen und Ganzen sind deutsche Firmen beim Bau und der Finanzierung von Groß-Projekten im Nahen Osten recht aktiv. Bei britischen Banken und Bau-Betrieben sieht das völlig anders aus.

Wie lange wird uns Dubais Schuldenkrise beschäftigen?

Noch ein bis zwei Wochen. Auch wenn es eine in Superlative verliebte Stadt schmerzen mag: Dubai ist nicht mit China oder dem amerikanischen Immobilienmarkt zu vergleichen. Es hat auch nicht als Gegenseite für Derivate in Milliardenhöhe fungiert wie Lehman Brothers.

Wie löst man die Schuldenkrise?

Am besten wäre es, wenn die Verluste anteilig von Abu Dhabi und den internationalen Gläubigern getragen werden.

Michael Backfisch
Michael Backfisch
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Dubai-Sorgen: „Die Krise beschäftigt uns nur noch zwei Wochen“"

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  • Natürlich kann Ecki arabisch. Labern kann er aber auch!

  • beifall fuer den beitrag von "Aruba". Stimme vollkommen zu, und das trifft auch so fuer den einen und anderen Analystenkommentar zu. Was hier hinter verschlossenen Tueren vorgeht, wird kein "Milchgesicht" erfahren. Die Stammes und Kulturtraditionen funktionieren noch. Und da kann man solche Kommentare oder Lueckenfueller eines Herrn Woertz gelinde gesagt nur als "Laberbeitrag" bezeichnen. Auch sollte das Handelsblatt vielleicht endlich einmal ueberlegen was hier veroeffentlicht wird...oder wird das Handelsblatt langsam zu einem boulevardblatt dass man im besten Fall auf der "......" liest?

  • Guten Tag,.....Eine Frage " Herr Woertz, sprechen sie Arabisch ?" Wenn / Ja prima, dann wissen Sie ja was los ist. Wenn / Nein, dann seien Sie einfach still. besten Dank.

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