Düstere Konjunktur-Aussichten
Dax-Ausblick: Märkte bleiben volatil

Das Umfeld der Börsen ist düster wie seit langem nicht mehr. Anleger reagieren mit Hektik; ihre Verunsicherung dürfte auch in der kommenden Woche die Kurse am deutschen Aktienmarkt extrem schwanken lassen, erwarten Marktbeobachter. Manche sehen indese Chancen für Investoren mit Nerven wie Drahtseilen.

HB FRANKFURT. Der Freitag war typisch: Vom US-Arbeitsmarkt kamen Zahlen, die die Anleger schockierten. Entsprechend fiel die Reaktion aus, der Dax brach ein. Noch am Donnerstag hatte es so ausgesehen, als sollte der deutsche Leitindex Kurs auf 5 000 Punkte nehmen. Mit diesem Auf und Ab könnte es kommende Woche weitergehen, meinen die Auguren.

Jeden Tag drohen neue Hiobsbotschaften von Konjunkturdaten, Unternehmen, Landesbanken und der angeschlagenen US-Automobilindustrie. Die Märkte befinden sich in einem Spannungszustand zwischen schlechten Wirtschaftsdaten und den Rekord-Zinssenkungen der Notenbanken weltweit.

Aktienanleger werden also auch weiterhin Nerven wie Drahtseile brauchen. "Der Markt ist weiter sehr stark von Volatilität beherrscht", sagt LBBW-Aktienstratege Marc-Gregor Czaja für die neue Woche voraus. Er sieht noch einen speziellen Grund dafür: Viele Investoren hätten das Börsenjahr schon abgeschrieben. Entsprechend dünn seien die Umsätze.

Die Lage bietet Investoren derzeit keinen Raum für längerfristige Positionierungen. Zwar werden Aktien oft mit Verweis auf fundamentale Unterbewertung gekauft, doch bei zurückgehenden Kursen folgt ein sofortiger und radikaler Abverkauf. Selbst gleichartige Fakten werden noch binnen eines Tages unterschiedlich interpretiert.

So konfus wie die Umstände sind, so ratlos zeigen sich die Börsianer. "Es herrscht momentan ein Wettstreit zwischen den Krisenpropheten und Schnäppchenjägern", sagt Tobias Basse von der NordLB. Nach Ansicht einiger Experten lohnt es sich wegen der stark gesunkenen Aktienkurse durchaus wieder, Risiken einzugehen. "Der Aktienmarkt hat eine Phase der Stabilisierung, Erholung begonnen, die in das Jahr 2009 hinein tragen wird", gibt sich die Unicredit optimistisch.

Zu den Optimisten zählen auch die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger, wobei auch sie von einer weiterhin hohen Volatilität ausgehen. "Die Indizes zeigen deutlich, dass beim Dax immer wieder um die Unterstützungslinie von 4 500 Punkten gekämpft wird", schreiben sie in ihrer aktuellen "Marktmeinung aus Stuttgart". "Die Schwankungsbreite bleibt aber weiterhin bestehen zwischen 4 000 Punkten und 4 800 Punkten."

Wie die Unicredit-Analysten sehen auch die Stuttgarter gerade jetzt Chancen: "Investoren haben auf Basis der Aktienbewertungen inzwischen ein gutes Kaufszenario." Allerdings müssten Investoren "insbesondere im ersten Vierteljahr des Jahres 2009 noch mit stärkeren Rückgängen rechnen". Möglichkeiten zum Einstieg sehen die Marktbeobachter auch in der Geldpolitik der Notenbanken begründet. "Die amerikanische Fed hat durchaus noch die Möglichkeit, ihren Leitzins bis nahe null zu senken, und auch darüber hinaus stehen noch weitere Konjunkturprogramme an."

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