EEX und Powernext kooperieren
Energie für Europa

Der Konzentrationsprozess im europäischen Stromhandel erreicht mit der Kooperation der beiden Energiebörsen EEX in Leipzig und Powernext in Paris eine neue Qualität. Beide Börsen werden am Freitag in Brüssel der Öffentlichkeit Einzelheiten der Zusammenarbeit vorstellen, die sich anfangs auf den Stromhandel bezieht.

FRANKFURT. EEX und Powernext werden zunächst ihr Spotgeschäft und zu einem späteren Zeitpunkt auch ihr Termingeschäft in neue Gesellschaften einbringen, die in Paris (Strom-Spothandel) sowie in Leipzig (Strom-Terminhandel) angesiedelt sein werden.

Optimisten sagen, Europa sei durch diese Konzentration der Kräfte im Stromhandel seinen Zielen, die im Rahmen der Lissabon-Strategie im März 2000 formuliert wurden, ein Stück näher gekommen. Den damals von Staats- und Regierungschefs ausgearbeiteten Plänen zufolge soll Europa bis zum Jahr 2010 unter anderem durch die Öffnung und Liberalisierung bisher staatlich kontrollierter Bereiche wie dem Energiesektor zum wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum in der Welt gemacht werden.

Ungeachtet der im Energiehandel erzielten Fortschritte ist es bis dahin noch ein weiter Weg. EEX-Vorstandschef Hans Menzel-Bernd glaubt allerdings, mit seiner europäischen Strombörsen-Initiative einen Beitrag dazu leisten zu können. Man wolle jetzt auch andere Börsen von den Vorteilen des erarbeiteten Konzeptes überzeugen, sagt er. Als wahrscheinlich nächster Kooperationspartner gilt Belgiens Strombörse Belpex.

Doch noch sind auf dem Weg zu einem liberalisierten, transparenten und reibungslos funktionierenden Stromhandelsmarkt in Europa zahlreiche Hürden aus dem Weg zu räumen. "Wir haben derzeit erst gut die halbe Strecke zurückgelegt", sagt Menzel dem Handelsblatt. Durch die Kooperation der beiden europäischen Marktschwergewichte EEX und Powernext wird ein Teil der bis dato noch existierenden Hindernisse entfernt.

Lob für die Börsen-Initiative kommt von Seiten der Politik und der Energiewirtschaft. Andris Piebalgs, EU-Kommissar für Energiefragen, hat die EEX in der Vergangenheit immer wieder als mögliches Modell für eine gesamteuropäische Strombörse bezeichnet und begrüßt die jetzige in Richtung einer gesamteuropäischen Lösung gehende Initiative. Und auch die sich Manipulationsvorwürfen bei der Strompreisgestaltung ausgesetzt sehenden deutschen Energieversorger, die Marktteilnehmer und Aktionäre der EEX sind, begrüßen die große europäische Strombörsen-Lösung.

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