Ein Dutzend interessierte Verleger
Memoiren bringen Greenspan Millionen ein

Der frühere US-Notenbank-Chef Alan Greenspan wird im kommenden Jahr seine Memoiren veröffentlichen. Der Verlag Penguin Press teilte am Dienstag mit, dass er die Rechte dafür gekauft habe.

AP NEW YORK. Wie viel Greenspan für das Buch bekommt, ist unklar. Die Gebote hätten aber mindestens sieben Millionen Dollar (5,9 Millionen Euro) erreicht, sagte ein Vertreter eines unterlegenen Verlages. Nach Aussage von Greenspans Agent interessierten sich ein Dutzend Verleger für das Buch.

Der 80-Jährige wurde 1987 Chef der Fed und wurde erst in diesem Jahr von Ben Bernanke abgelöst.

Als Alan Greenspan zum Sprung in die Annalen der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte ansetzte, war er in einem Alter, in dem die meisten Leute in Europa längst an die Rente denken.

Von einem gemütlichen Vorruhestandsposten wollte Greenspan nichts wissen, als er mit 61 Jahren 1987 auf den Chefsessel der mächtigsten Notenbank der Welt vorrückte. In den gut 18 Folgejahren erlangte er Weltruf als genialer Zinspapst und Finanzmagier. Seit Ende Januar ist Greenspan offiziell im Ruhestand, doch offenbar denkt der promovierte Ökonom auch nach seinem 80. Geburtstag (6. März) nicht daran, die Beine hochzulegen.

So doziert Greenspan wie eh und je über die Konjunktur, die Energiepolitik, den Immobilienmarkt und die Rentenkasse, als heiß umworbener Gastredner bei illustren Bankertreffen an der Wall Street in New York.

Nur zur Geld- und Zinspolitik schweigt der Mann, der einst mit einem einzigen Wort oder einer besonders tiefen Sorgenfalte auf der Stirn die Finanzmärkte in Bewegung setzen konnte - aus Respekt vor seinem Nachfolger Ben Bernanke. Und nebenbei, sagen Freunde, will Greenspan noch eine neue Beraterfirma gründen.

Dabei hat der Hobby-Jazzer, der seine Saxophon-Leidenschaft einst zum Beruf machen wollte, wahrlich genügend Lorbeeren gesammelt, um sich auszuruhen. Greenspan wurde schon zu Lebzeiten zur Legende. Er gilt als Architekt des längsten Konjunkturaufschwungs in der US- Nachkriegsgeschichte. Konjunkturdellen, Finanzkrisen, Marktunruhen - stets rief zumindest die (Finanz-)Welt nach Greenspan, der es schon richten sollte. Er gilt als genialer Lenker, der die größte Volkswirtschaft der Welt geschickt durch den Börsencrash von 1987, zwei Rezessionen, die Asienkrise, die Folgen der geplatzten Technologieblase Ende der 90er Jahre und die Terroranschläge vom 11. September 2001 bugsierte.

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