Ein Tag als Daytrader Ein Selbstversuch mit schnellem Geld

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Hebeln, wetten, spekulieren

Ich wende mich meinem neuen Arbeitsplatz, dem Markets-Onlinehandelssaal, zu. Doch ganz so einfach, wie Markets es versprochen hat, ist die Sache nicht. Auf der Suche nach dem 20-Minuten-Einsteigertraining finde ich gleich mehrere Trainingsprogramme, die mich alles lehren sollen, was ich zum Zocken brauche. Über Devisen und sogenannte Contracts for Difference (CFDs) etwa. Das, so wird mir suggeriert, sind die Produkte der Stunde.

Mit CFDs kann ich auf Kursentwicklungen von Aktien oder Indizes wetten. Der Kniff: CFDs sind Hebelprodukte – mit relativ geringem Einsatz kann man sehr große Summen bewegen. Ich bestimme meinen Einsatz und der Plattformanbieter legt fest – ja nachdem, wie viel Sicherheit ich auf einem Mittlerkonto hinterlege –, um wie viel er diesen Betrag erhöht: zweifach, dreifach, zehnfach. Hebel machen gierig, denn sie machen reich. Und die Kurse müssen dafür nicht mal steigen. Voraussetzung ist nur, dass ich sie richtig vorhersage. Wenn nicht, droht der Totalverlust.

Wer zu Markets kommt, braucht diesen Kick. Für ihn ist die Geldanlage eine andere Form des Spiels, für ihn heißt Aktienbesitz nicht mehr, langfristig an ein Unternehmen zu glauben. Er legt nicht mehr Devisen an, um damit im Ausland zu investieren, sondern um mit dem Auf und Ab des Geldwerts vieler Menschen einen Gewinn zu erzielen.

Je mehr ich in ihre Welt eindringe, desto klarer ist mir: Die Zocker, das sind nicht nur die gegelten Jungs mit den Hosenträgern in London oder Frankfurt, das sind nicht Computer, die Wertpapiere nach Algorithmen hin und her schieben. Das sind Menschen wie ich. Menschen, für die es nur ein echtes Drohszenario gibt: ein Markt ohne Ausschläge. Denn in einem solchen Markt lässt sich nichts verdienen.

Gut, dass es bei meinem Test nur um Spielgeld geht. Mein Demokonto, ist mit virtuellen 100.000 Euro gefüllt.

Im virtuellen Handelsraum flimmern grüne und rote Zahlen – in einer Tabelle sind die Kurse der Unternehmen, Währungen und CFDs aufgelistet. Im Sekundentakt aktualisieren sich die Werte. Ich schaue den Markt an, beobachte Kurse, Nachrichten und Reaktionen darauf. Zur Zockerin werde ich, wenn überhaupt, erst später; Hebelprodukte müssen warten. Erst mal klein anfangen, mit Aktien.

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53 Kommentare zu "Ein Tag als Daytrader: Ein Selbstversuch mit schnellem Geld"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Einer der heißesten Wettkandidaten ist die Commerzbank-Aktie. Seit die Bank Geld vom Staat bekommen hatte, ging es mit dem Kurs nach unten." - Stimmt nicht. Die Aktie 803200 erreichte erst einmal ein Niveau von 8-9. Dann, dann erst ging es herunter! [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Jeder halbwegs vernünftige Mensch sollte sich den Filam Wall Street (I, nicht II; der von 1988) anschauen und seine Schlüsse ziehen. Denn der ist aktueller denn je.
    "Die Gier ist gut, die Gier ist richtig" - Gordon Gekko

    Ich persönlich kaufe lieber Acker ;-)

  • Das was im Artikel beschrieben wird ist wirklich nur reines ZOCKEN. Hat eigentlich nichts mit Daytrading zu Tun.
    Und noch zum Schlus hinzuschreiben, ich zitiere: ..."Daytrader für einen zweiten Tag – nicht mit mir." kann nur jemand schreiben, der sich noch nie mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt hat und der viel zu emotional an die Sache rangeht. Von heute auf morgen geht das Ganze natürlich nicht. Man sollte wissen was man macht. Ich selbst hab nur eine Trefferquote von nur 40%, d.h. 60% meiner Trades sind Minustrades, aber ich bin trotzdem in gutem Gewinn. Die Kunst dieses Berufes ist, die richtige Balance zu finden und auf den richtigen Moment zu warten.

    Und all die Bücher die man im laufe der Jahre liest bringen einen auch nicht weiter. Sind nette Lektüren, die meiner Meinung nach nur einen Zweck haben. Dem angehenden Trader zu zeigen, dass dieser ganze übertriebene Technische Analyse Schmarren zu nichts zu gebrauchen ist. Technische Analyse, ja, aber in Maßen. Aus technischer Sicht habe ich gelernt, dass 1000000000 Wege nach Rom führen, jedoch profitabel wird man richtig nur, wenn man lernt sich selbst zu beherrschen und auf seinen Plan zu vertrauen. Trading ist definitiv mehr als Zocken, und Geld bleibt einem noch genug übrig. Die Gebühren sind mittlerweile so gering, vor allem bei den Major Paaren EUR/USD, EUR/GBP, ..... so dass das Trading für jeden leistbar ist.

    Die Autorin des Artikels hätte sich definitiv mehr mit dem Thema ausseinandersetzen müssen. Ihre Aktionen erinnern mich an meine Anfängerzeiten. Demokonto auf und losgehts. Schnell Geld auf gut Glück machen. Tja,...ging nur eine sehr kurze Zeit gut.

    Dass man sich beim Trading auch ruinieren kann ist kein Geheimnis, jedoch DEMO-Konten sind ein sehr gutes Lernwerkzeug wenn man das Depot wie ein Echtgeldkonto behandelt.

    Ich, meines erachtens, bin gerne Trader und werde es auch immer sein.

    Ciao

  • "was ich zum Zocken brauche. Über Devisen und sogenannte Contracts for Difference (CFDs) etwa"

    Der Artikel ist nicht übel: erstens, wer an Zocken denkt, kann im Handel nur verlieren. Zweitens, CFD sind meiner Meinung nach nicht das optimale für Anfänger.

  • Erstaunlich wie unsinnig hier argumentiert wird, vom Handelsblatt ist man wirklich bessere Artikel gewohnt. Natürlich ist das Pleiterisiko enorm, wenn man ohne jegliche Ausbildung und Plan an die Sache rangeht.

    Wie wäre es mal mit Hinweisen zum Aufbau eines Tradingplans, ein professionelles Money- und Riskmanagement und so weiter?

    Ich freue mich auf gute Nachfolgeartikel!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Mark Dworatzek
    http://www.day-trading.de

  • Mein Gott, was ein Niveau! Und sowas beim Handelsblatt. Nicht zu fassen.

    Es kostet viele Jahre - Jahre an Lebenszeit - um dieses Geschäft zu verstehen. Dass es irgendwie auch mit Wahnsinn zu tun hat, mag ja sein. Aber diesen Artikel braucht die Welt trotzdem nicht.

  • Ich bin von diesem Artikel leicht enttäuscht. Wie einige Vorredner es schon zur Geltung gebracht haben: So ans Handeln zu gehen ist sinnlos, leichtsinnig und würde schnell zu einem sehr leeren Konto führen.
    Es ist alles nun doch ein bisschen komplizierter als es hier formuliert wurde und ich finde es schade, dass keine einzige Aussage zu den eigentlichen Einschätzungsmethoden - gerade am Devisenmarkt - der Daytrader gemacht wurde.
    Es wurde zwar teilweise auf die analytische Analyse (Arbeitslosenquote, usw.) eingegangen, doch wo ist die systematische Analyse geblieben? Wo ist Fibonacci? Wo sind die Chart-Pattern-Analysen?
    Ich persönlich hätte mich darüber gefreut, wenn man wenigstens teilweise auf die "Zufälligkeit" der Kurse eingegangen wäre, die ja in Wahrheit bei näherer Betrachtung weniger zufällig sind als man zuerst denkt.
    Es gibt noch viel mehr zum Daytrading als in diesem Artikel sehr grobflächig angerissen wird und würde mich freuen, wenn das Handelsblatt in einem zusätzlichen Artikel ein bisschen mehr auf die Realität dieser Thematik eingehen würde.

    Trotzdem, wer sich dafür interessiert, dem kann ich wärmstens empfehlen einer der vielen Daytrader-Plattformen auszuprobieren. Als einziger Tipp rate ich nur: Tut so, als ob das fiktive Kapital euer echtes Geld wäre und vergisst nicht die allergrößte Regel jedes professionellem Daytrader: Risikomanagement.

  • Hallo Jack-Pot und die anderen,
    ich kann die drei Punkte meines Vorredners nur unterstützen. Dabei möchte ich auf die rückständige Position des Handelsblatts hinweisen. Es gibt mittlerweile fortgeschrittene Plattformen, die das Einstiegsrisiko für Trading Anfänger mindern. Dazu gehören ayondo, Zulutrade, etoro und currensee. Die Ansätze sind nicht identisch, aber sie zielen gemeinsam in die richtige Richtung: erfolgreiche Trader zu identifizieren und deren Erfolg technisch für alle anderen zu duplizieren. Das ist ein wegweisendes Modell, welches moderne Kommunikation mit modernem privaten Geldmanagement intelligent verknüpft. Ich sehe eine Generation für die wird es selbstverständlich sein, dass in ihren digitalen Netzwerken nicht nur private Infos sondern auch Geldanlageentscheidungen gehandelt/getauscht werden. Die Frage ist doch: wo stehen die etablierten Banken und Broker, wenn sie nicht mehr Part of the Game sind? Bzw. wie gehen Broker damit um, wenn ihre Kunden plötzlich zu erfolgreich werden? Wer reguliert dann diesen sozialen Finanztransaktionsmarkt, wenn schon heute die Regulierung der klassischen Anlagefelder nur mangelhaft funktioniert? Das sind die Fragen, die heute oben auf der Agenda stehen. Schade, dass davon im Handelsblatt (off- und online) nichts zu lesen ist. Offenbar hat man schon Probleme, dem Daytrading der singulären Akteure so richtig folgen zu können.

  • Ein Promille der Bevölkerung (Einer von Tausend Bürgern) in D ist also im Daytrading involviert und „gierig“. Mit dem Artikel soll die Finanzindustrie nach dem Motto „alle sind gierig“ reingewaschen werden.
    1. Was ist mit dem Rest von 99,9% der Bevölkerung?
    2. Ich habe Respekt vor den privaten Daytradern, denn diese übernehmen das volle unternehmerische Risiko und rechnen nicht mit staatlichen Bailouts.
    3. 95 % der Daytrader sind Verlierer. Analog zum Goldrausch des 19. Jahrhunderts verdienen hauptsächlich die Ausrüster. Früher waren das die Schaufelhersteller und Saloonbetreiber – heute die IT- und Finanzindustrie (Broker) sowie Buchverlage.

  • Der Artikel ist grundsätzlich gut gemeint, da der Zugang zu solchen Tradingkonten mit Margin zu einfach ist. Mit Sorge beobachte ich, dass sich mittlerweile sogar die Sparkasse als CFD-Broker versucht. Hier kann jeder Möchtegern-Trader sein Glück versuchen, und durch die Nachschusspflicht schnell ins Unglück kommen. Sprecht mal mit den Anbietern, die Cash-Burn-Rate ist wahnsinnig hoch.
    Die Umsetzung des Artikels ist schwach, da hier gerade jemand sich mit der Materie befasst, der augenscheilich keine Ahnung hat und obendrein genau damit der oben beschriebenen Gruppe angehört -->Nämlich denen die hier nicht mitspielen sollten.Für alle anderen ist ein CFD/FX-Konto nichts anderes als eine andere Form der Partizipation an einem Underlaying. Halt nur ein bißchen gefährlicher durch die Nachschusspflicht.

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