Einigung im Derivatestreit
Banken lenken ein

Die Börse Stuttgart einigt sich mit den Banken im Streit um die Reform des Derivatehandels. 24 von 30 Instituten haben die Verträge für den Handel unterschrieben. In Bankenkreisen hieß es, die Börse sei den Banken bei den Gebühren für die Registrierung der Derivate entgegengekommen.

FRANKFURT. Die monatelangen Querelen zwischen den Großbanken und der Börse Stuttgart um die Neuorganisation des Derivatehandels sind beigelegt. Mittlerweile hätten 24 von 30 Instituten die Verträge für den Handel im Börsensegment Euwax unterschrieben, teilte die nach Frankfurt zweitgrößte deutsche Börse mit. Dazu gehören auch Branchengrößen wie die Deutsche Bank und ABN Amro, die der Neuorganisation des Derivatehandels besonders kritisch gegenüber gestanden hatten. Damit ist die Gefahr gebannt, dass die Institute an die Frankfurter Börse abwandern und der Finanzplatz Stuttgart damit ernsthaften Schaden nimmt.

Frankfurt hatte zwar den Zertifikatetrend vor zehn Jahren verschlafen, baut aber unter dem Projektnamen „Alex“ derzeit mit der Börse Zürich an einer internationalen Zertifikatebörse. Damit soll Stuttgart der Rang abgelaufen werden.

Die im boomenden Derivatebereich führende Börse Stuttgart hatte zum Jahreswechsel den Handel mit Optionsscheinen und Derivate neu organisiert. Massive Ablehnung entzündete sich vor allem daran, dass der zum Konzern gehörende Makler Euwax Broker den Handel betreuen sollte. Dessen Konkurrent Baader wurde ausgeschlossen. Daraufhin verweigerten einige Banken die notwendige Unterschrift unter die Verträge zur Aufnahme des Handels ihrer Derivate in Stuttgart. Grund war die Furcht, angesichts des fehlenden Wettbewerbs werde die Betreuungsqualität sinken. Offenbar haben sich die meisten Banken nun doch überzeugen lassen. In Bankenkreisen hieß es, die Börse sei den Banken bei den Gebühren für die Registrierung der Derivate entgegengekommen. Die Börse Stuttgart wollte sich dazu nicht äußern.

Mit dieser Gebührenneuordnung gelang es der Stuttgarter Börsenführung offenbar, einen Keil in die Opposition zu treiben. „Letztlich war es die beste Alternative“, sagt Stefan Armbruster, Derivate-Experte der Deutschen Bank. „Nach und nach haben zu viele Konkurrenten den Vertrag unterschrieben.“ Am Ende sei aus den Verhandlungen mit der Börse Stuttgart aber ein „vorteilhafter Deal“ herausgekommen.

Die 24 Institute, die bislang unterzeichnet haben, stehen für 90 Prozent des Handelsvolumens für Derivate in Stuttgart. Offen ist noch, ob und wann die übrigen, weiterhin zurückhaltenden Derivate-Emittenten – darunter die Branchengrößen UBS und BNP Paribas – sich mit Stuttgart einigen. In einigen Banken hieß es jedoch, das sei lediglich eine Frage der Zeit.

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