Einlagensicherung
Lehman-Kunden bekommen Ende Januar Geld

Gelder von Kunden der insolventen US-Bank Lehman Brothers, die unter die deutsche Einlagensicherung fallen, können Ende nächsten Monats ausgezahlt werden. Davon profitieren vor allem institutionelle Kunden. Die meisten Privatanleger, die mit Lehman in Kontakt waren, gehen hingegen leer aus. Ihre Zertifikate unterliegen nicht dem Einlagenschutz.

HB BERLIN. Kunden der deutschen Tochter der Pleite gegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers können Ende nächsten Monats mit einer Entschädigung rechnen. Das teilte der Bundesverband deutscher Banken am Montag in Berlin mit. "Nach dem jetzigen Planungsstand rechnet der Einlagensicherungsfonds damit, die Einleger Ende Januar 2009 zu entschädigen", heißt es in der Mitteilung.

Damit erhalten auch Krankenversicherer wie die Barmer oder Träger der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung, die mehrere Mio. Euro bei Lehman angelegt hatten, Geld zurück. Die deutsche Tochter des US-Instituts hatte nach früheren Angaben von Anlegerschützern nur wenige direkte Privatkunden. Nicht abgesichert sind Privatkunden, die beispielsweise bei Sparkassen, Lehman-Zertifikate gekauft haben.

Lehman Brothers hatte Mitte September Insolvenz angemeldet. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hatte daraufhin die Geschäfte der deutschen Lehman-Tochter gestoppt und Ende Oktober bei der Lehman Brothers Bankhaus AG (Frankfurt/Main) den Entschädigungsfall festgestellt. Damit wurde die rechtliche Voraussetzung für die Entschädigung betroffener Anleger geschaffen. Dazu gehören vor allem große institutionelle Kunden wie Banken oder Versicherungen. Das Frankfurter Bankhaus hatte nach damaligen Angaben der BaFin Verbindlichkeiten in Höhe von 14,3 Mrd. Euro.

Die Kundeneinlagen einschließlich auf den Namen lautender Sparbriefe sind laut Bankenverband von der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und darüber hinaus vom Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken bis zur Sicherungsgrenze von rund 285,105 Mio. Euro je Einleger geschützt.

Verbraucherverbände hatten Anfang Dezember mit einer Klagewelle gegen Banken gedroht, die ihren Kunden Zertifikate der US- Investmentbank Lehman Brothers verkauft haben. In fast allen Fällen gebe es einen Anspruch auf Schadenersatz, hatte die Verbraucherzentrale Hamburg vor gut zwei Wochen erklärt. Die Anleger hatten mit den Zertifikaten Geld an Lehman verliehen.

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