Einst und heute: Zum dritten Mal steigt Dax über 6000 Punkte
Nervenstärke zahlte sich aus

Erstmals seit Sommer 2001 ist der Dax heute über die Marke von 6 000 Punkten gestiegen. Vor acht Jahren kam es wenige Wochen später zum Absturz. Nur ein Jahr später war die Tausendermarke lediglich eine kleine Hürde auf dem Weg ganz nach oben.

DÜSSELDORF. Ein Fusionsrausch treibt den Dax im Frühsommer 1998 erstmals über 6 000 Punkte. In Fitness-Studios, Taxen oder am Tresen verdrängt der Dax König Fußball von Platz eins der Themen.

Das Erstaunliche folgt im turbulenten Herbst 1998: Als die Asienkrise die Finanzmärkte in die Knie zwingt, bleiben die meisten Privatanleger gelassen. Ihre Nervenstärke zahlt sich aus, denn der Schock war rasch überwunden. Der Dax stieg in einer beispiellosen Hausse über 8 000 Punkte.

Was folgte, sind überzogene Erwartungen, enttäuschende Firmennachrichten, die Terroranschläge am 11. September 2001, Bilanzskandale und ein schwerer Einbruch der Weltwirtschaft. Die Technologieblase platzte. Der Dax verlor drei Viertel seines Werts. Kaum jemand behielt die Nerven und saß die Verluste einfach aus.

Der größte und messbarste Unterschied zwischen einst und heute: Damals kosteten Aktien, gemessen an den Unternehmensgewinnen, doppelt so viel, wie es ihrem Durchschnitt entspricht. Heute sind die Titel preiswerter als im Mittel der letzten 50 Jahre. Warum? Die Kurse steigen zwar rasant, aber die Gewinne ebenso. „Der entscheidende Unterschied ist die Bewertung. Sie setzt sich am Ende immer durch. Deshalb brauchen Anleger diesmal den Sprung über 6 000 Punkte nicht als Anfang vom Ende zu fürchten“, ist sich zumindest Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud sicher.

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